Sind die Banken noch zu retten? Länger als eine Woche rangen die Kongressabgeordneten und US-Regierung in Washington um die Details des milliardenschweren Rettungspakets für die taumelnden Geldhäuser. Jetzt sind sie sich endlich einig. Doch schon in den Stunden ihrer Übereinkunft wurde der Welt vor Augen geführt, dass sich das eilig zusammengestrickte Auffangnetz für die maroden Institute als zu grobmaschig erweisen könnte.

Die jüngsten Nachrichten zeigen es deutlich: Selbst Hilfen in der astronomische Höhe von 700 Milliarden Dollar werden nicht ausreichen, um die Krise zu beenden.

In den USA steht die Großbank Wachovia kurz vor der Pleite und wird von der Citigroup übernommen, in Großbritannien wird die Hypothekenbank Bradford & Bingley verstaatlicht, in Belgien die Fortis-Bank vor dem Zusammenbruch gerettet – und in Deutschland muss der Bund mit Milliardenbeträgen für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate bürgen, damit dieser überlebt.

Längst stecken auch europäische Banken tief in der Klemme. Inwieweit ihnen die US-Milliarden helfen, ist völlig unklar. So sieht es auch die Börse: An den europäischen Aktienmärkten ließen die neuen Hiobsbotschaften am Montag Bankaktien abstürzen.

Dabei sah es zunächst so aus, als habe der Kongress vieles richtig gemacht. Sein Plan sieht zwar vor, dass der Steuerzahler mit einem Riesenbetrag einspringt, um die maroden Banken zu stabilisieren. Dass auf diese Art gigantische Verluste sozialisiert werden, mag man zu Recht kritisieren.

Doch zugleich räumt das Paket dem Staat Kontrollmöglichkeiten ein, die in der ursprünglichen Fassung so nicht vorgesehen waren. Es beschneidet die Verdienstmöglichkeiten der Bankchefs, die von den Staatsgeldern profitieren, und sichert der Regierung zumindest die vage Möglichkeit, an etwaigen künftigen Gewinnen der Institute teilzuhaben.