Hochspannung in Bayern vor der Landtagswahl: Der seit 1966 alleinregierenden CSU droht an diesem Sonntag der Absturz unter die 50-Prozent-Marke. Nicht auszuschließen ist auch, dass die Christsozialen künftig einen Koalitionspartner brauchen.

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Günther Beckstein (CSU) demonstrierte dennoch Siegeszuversicht und kündigte an, bis 2013 im Amt bleiben zu wollen. Sein SPD-Herausforderer Franz Maget setzt dagegen weiter auf eine Mehrheit für eine SPD-geführte Regierung.

Ministerpräsident

Auch in Berlin wird der Ausgang der Wahl mit Spannung erwartet, gilt sie doch als wichtiger Stimmungstest für die Bundestagswahl 2009.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte bei der zentralen CSU-Abschlusskundgebung in München, Bayern müsse weiter allein von der CSU regiert werden. "Bayern ist da, wo der Bund noch hin will. Da bin ich ein bisschen neidisch", sagte sie. "Die Politik der CSU hat Bayern stark gemacht und damit auch ganz Deutschland." Die Kanzlerin rief die Bürger auf, ihr Wahlrecht wahrzunehmen. Viele Menschen auf der Welt, die in Diktaturen lebten, träumten von freien Wahlen, sagte sie.

Der designierte SPD-Vorsitzende Franz Müntefering sieht Bayern mit der Landtagswahl vor einer historischen Entscheidung. Er sei sicher, dass die SPD künftig die bayerische Politik entscheidend mitbestimmen werde, sagte Müntefering bei der Abschlusskundgebung der bayerischen SPD in Nürnberg.

Spitzenkandidat Maget sei der richtige Mann dafür, sagte Müntefering. Zugleich rief er die SPD-Mitglieder zu einer verstärkten Wähler-Mobilisierung auf.