Mit großem Kampfgeist hat der FC Bayern die drohende Niederlage im Duell gegen den französischen Rekordmeister aus Lyon vermieden. Zé Roberto sorgte mit einem Kopfballtor (52. Minute) für das mehr als verdiente Unentschieden vor 64.000 Zuschauern in der nicht ausverkauften Arena in München.

Die in der ersten Hälfte auftrumpfenden Gäste waren durch ein unglückliches Kopfball-Eigentor von Martin Demichelis (25.) in Führung gegangen. Danach bewahrte der Brasilianer seinen Trainer Jürgen Klinsmann vor der dritten Niederlage in nur zwölf Tagen. "Ich hatte Glück mit diesem Kopfballtor. Wenn wir drei Punkte geholt hätten, wäre es besser gewesen", sagte Zé Roberto.

Klinsmann blieb seiner Linie treu und verblüffte mit der Rotation des gesamten Mittelfelds. Erneut erwischte es auch Kapitän Mark van Bommel. "Seine Rolle ist gar nicht gefährdet", betonte Klinsmann vor der Partie. Der Gesichtsausdruck von van Bommel, als er Bayern- Präsident Franz Beckenbauer vor dem Anpfiff grüßte, ließ indes vermuten, wie es im Niederländer brodelte.

Für den Holländer rückte Demichels aus der zentralen Abwehr ebenso überraschend auf die von ihm ungeliebte Position im defensiven Mittelfeld. Der Argentinier, der sich im März 2007 unter Ottmar Hitzfeld noch geweigert hatte, die Rolle zu übernehmen und suspendiert worden war, avancierte dann auch noch zum Unglücksraben. Bei einem 45-Meter-Freistoß von Juninho köpfte er den Ball nicht entschlossen genug weg, sondern verlängerte den scharfen Schuss für Keeper Michael Rensing ebenso unglücklich wie unhaltbar ins eigene Tor. "Ein saublödes Tor aus 45 Metern. Wenn schon ein Tor, dann aber bitte nicht aus dieser Entfernung", grantelte Beckenbauer in der Halbzeitpause.

Das wieder neu formierte Bayern-Team wirkte nach den beiden Liga-Schlappen gegen Bremen (2:5) und Hannover (0:1) verunsichert, suchte nach den Automatismen einer eingespielten Mannschaft und musste sich seine Chancen schwer erarbeiten. Franck Ribéry mühte sich redlich, harmonierte auf links auf Anhieb mit Philipp Lahm und initiierte gegen seinen "Lieblingsklub" trotz mancher Fehlpässe zumeist die gefährlichsten Szenen der Bayern. "Wir haben versucht, von Anfang Druck zu machen, aber der Gegner war aus meiner Sicht sehr stark", analysierte Zé Roberto.

Die Franzosen, angeführt von Freistoß-Spezialist Juninho und den Angreifern Karim Benzema und Fred, dessen Kopfball Michael Rensing in der 16. Minute mit einem tollen Fußreflex abwehrte, kontrollierten die Partie spätestens nach der Führung. Wenngleich auch die Bayern gute Tormöglichkeiten hatten: Miroslav Klose (3.), Luca Toni (17./30./40.) und Ribéry mit einem 20-Meter-Schuss (23.) vergaben jedoch. Pech hatten sie bei einem Foul von John Mensah (10.) an Klose im Strafraum: Schiedsrichter Kyros Vassaras pfiff nicht und ließ weiterspielen.