Huber sagte sichtlich gelöst, er werde sein Amt auf einem Sonderparteitag der CSU am 25. Oktober zur Verfügung stellen. Bis dahin wolle er die Partei in vollem Umfang weiterführen. Auch nach dem Führungswechsel will Huber politische Verantwortung tragen und "nach besten Kräften weiter für Bayern und die CSU arbeiten".

Während einer knapp 80-sekündigen Pressekonferenz zog Huber eine positive Bilanz seiner Amtszeit. "Ich habe wichtige Impulse gegeben, die weit über meine Amtszeit wirken werden", sagte er. Die Partei sei an wichtigen Stellen jünger und weiblicher geworden.

Auch die umstrittene Generalsekretärin Christine Haderthauer gibt ihr Amt nach Aussage eines CSU-Sprechers auf.

Als Nachfolger an der CSU-Spitze wurde der Parteivize und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer nominiert, er soll auch als Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2009 antreten. Während einer Sondersitzung der Berliner Landesgruppe sagte Seehofer, er wolle für das Amt kandidieren. Er wolle jetzt so schnell wie möglich das "Vertrauen der Bevölkerung zurückerobern". Dies sei nötig, damit der Mythos, die Einmaligkeit und die Erfolgsgeschichte der CSU der vergangenen Jahrzehnte zurückgewonnen werde, sagte Seehofer. Er werde deutlich machen, dass die CSU die Botschaft der Wähler verstanden habe und wolle alle Wurzeln der Partei ansprechen.

Ministerpräsident Günther Beckstein bleibt offenbar trotz des Absturzes der CSU bei der Landtagswahl im Amt. Berichte der Münchner Abendzeitung, er werde zurücktreten, ließ er umgehend dementieren. Das sei "absolut falsch", sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Dienstag in München. Der Politiker hat jedoch seinen Auftritt in der ZDF-Talkshow Johannes B. Kerner am Dienstagabend abgesagt. Das teilte eine Sprecher der Redaktion mit. Die bayerische Staatskanzlei habe die Entscheidung mit terminlichen Schwierigkeiten begründet. Für 13:30 Uhr wurde eine Pressekonferenz Becksteins angekündigt.

Die CSU war in der Landtagswahl am Sonntag von 60,7 auf 43,4 Prozent abgestürzt. Sie büßte ihre Alleinherrschaft ein und ist künftig auf einen Koalitionspartner angewiesen . Danach hatten sich am Montagabend Huber, Beckstein, Seehofer und mehrere andere führende CSU-Politiker in München zu einem Krisengespräch getroffen. Die CSU-Landesgruppe im Bundestag will am Dienstag in Berlin zusammenkommen, um über die Neuaufstellung der Parteispitze zu beraten.