Horst Seehofer, der auch stellvertretender CSU-Vorsitzender ist, bezeichnete die schweren Verluste seiner Partei bei der bayerischen Landtagswahl am Sonntagabend als "Katastrophe". "Wir müssen in den nächsten Tagen ehrlich und offen über das Wahlergebnis reden", sagte Seehofer bei einer CSU-Wahlparty in Ingolstadt. Ein "weiter so" werde es nicht geben, fügte er wenig später in der ARD an. In den nächsten Tagen müsse man nun über die Konsequenzen diskutieren. Dies werde aber intern geschehen und nicht in der Öffentlichkeit. Kein Zweifel könne daran bestehen, dass die Wähler mit der CSU nicht zufrieden gewesen sein.

Zu eigenen Ambitionen sagte der als heißer Anwärter auf die Nachfolge von CSU-Chef Erwin Huber geltende Seehofer: "Ich habe noch nicht telefoniert und ich habe keine Netzwerke gespannt." Vor der Wahl hatte Seehofer von einem Wahlziel von 52 Prozent gesprochen und damit die Latte für einen Erfolg nochmals hochgehängt.

Seehofer gilt als Mann für "Plan B". 2007 war Seehofer noch Erwin Huber bei der Wahl zum Parteivorsitzenden unterlegen, den Traum hat er aber nicht aufgegeben. Seehofer, der auch als soziales Gewissen der Union bezeichnet wird, gilt als politisches Stehaufmännchen. 2004 schmiss er im Streit über die Gesundheits-Kopfpauschale den Posten als Unions-Fraktionsvize hin. Seit 2005 ist der Ex-Gesundheitsminister in Berlin für das Agrar- und Verbraucherressort zuständig.

Dass Seehofer auch Ministerpräsident Günther Beckstein beerben könnte, gilt dagegen als unwahrscheinlich. Dazu fehlt ihm wohl der Rückhalt in der Landtagsfraktion.