Die deutschen Sparkassen haben jegliche Verbindung mit der zusammengebrochenen US-Bank Washington Mutual zurückgewiesen. Bei dem Institut handele es sich "nicht um eine Sparkasse im deutschen Sinne", teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Freitag in Berlin mit. Weder entspreche das Geschäftsmodell des Instituts dem der hiesigen Sparkassen, noch sei die Bank mit ihnen verbunden.

"Die deutschen Sparkassen sind nach wie vor ein Hort der Stabilität - auch in dieser Finanzkrise. Kein Anleger muss sich Sorgen um Einlagen bei seiner Sparkasse machen. Diese sind sicher", betonte DSGV-Präsident Heinrich Haasis. Ein Sprecher sagte, es habe viele Anrufe von Kunden gegeben, die sich Sorgen um ihre Einlagen machten.

Washington Mutual ist in der Nacht zum Freitag von der US-Aufsichtsbehörde OTS geschlossen worden. Teile des Instituts wurden für 1,9 Milliarden Dollar an die US-Bank JP Morgan Chase verkauft. Washington Mutual nimmt Spareinlagen auf und vergibt Immobilienkredite vorwiegend an Privatkunden. Seit 1983 ist sie an der US-Börse notiert. Nach Angaben des DSGV ist Washington Mutual nicht Mitglied im Weltinstitut der Sparkassen (WIS). Die Nachricht von der Pleite belastete die Börsen. In Asien fielen die Kurse, auch der Dax verzeichnete Verluste. Der MDax fiel zwischenzeitlich auf ein Zweijahres-Tief. 

Die Finanzkrise könnte nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern im nächsten Jahr erstmals seit vier Jahren wieder zu wachsender Arbeitslosigkeit führen. Wann genau mit einer solchen Trendwende zu rechnen ist, sei allerdings unklar, sagte der Konjunkturexperte des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Eugen Spitznagel, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung. Für 2009 rechnet Spitznagel mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 3,22 Millionen; bis vor Kurzem war das IAB noch von 3,16 Millionen Jobsuchern ausgegangen.

Unterdessen scheint auch die belgische Bank Fortis in Schwierigkeiten zu geraten. Am Freitag wurde bekannt, dass Belgiens Finanzministerium deshalb in Kontakt mit der Zentralbank und der Bankenaufsicht steht. Fortis-Aktien verloren an der Brüsseler Börse am Freitag den fünften Tag in Folge. Am Donnerstag war der Kurs zeitweise auf den tiefsten Stand seit 14 Jahren gesunken. Am Mittag notierte das Papier mit mehr als zwölf Prozent im Minus.

Der belgisch-niederländische Finanzkonzern trat den Marktgerüchten über einen Liquiditätsengpass jedoch entgegen. Die Finanzausstattung sei solide und liege über den Anforderungen der Aufsichtsbehörden, sagte Konzernchef Herman Verwilst am Freitag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Die jüngsten Kursverluste spiegelten vielmehr die Nervosität am Markt wider. Die Bank erwäge allerdings falls nötig, mehr Teile außerhalb des Kerngeschäfts zu verkaufen als bislang geplant.

Europas größte Bank, die HSBC mit Sitz in Großbritannien, hat angekündigt, angesichts der Finanzmarktkrise 1100 Stellen abzubauen. Betroffen seien Mitarbeiter aus den Sparten Banken und Märkte, teilte der Konzern am Freitag mit. Die 1100 Stellen bedeuteten den Wegfall von rund vier Prozent der Arbeitsplätze in diesem Bereich. Insgesamt hat HSBC weltweit 335.000 Mitarbeiter. "Wir gehen diesen Schritt angesichts der Marktbedingungen und des wirtschaftlichen Umfelds sowie unseres vorsichtigen Ausblicks für das Geschäftsjahr 2009", sagte der HSBC-Sprecher Gareth Hewett in Hongkong. Etwa die Hälfte der 1100 Stellen sollen in Großbritannien wegfallen.