Der Ausblick der Ökonomen ist düster: Deutschland könnte wegen der Immobilienkrise eine Phase dauerhaft schwacher Konjunktur erleben, schreiben Konjunkturforscher des Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Während sich die USA bereits mitten in einer Immobilienkrise befinde, gebe es nun auch in Großbritannien und Spanien deutliche Anzeichen dafür, dass der Häusermarkt zusammenbricht. Auch Frankreich und andere Länder könnten betroffen sein. Rutschen diese Länder alle gleichzeitig in die Krise, drohe insbesondere Deutschland wegen seines regen Handels mit dem Ausland eine Konjunktureintrübung bis mindestens Ende des kommenden Jahres.

Für die Berechnung haben die Forscher die Auswirkungen vergangener Immobilienkrisen untersucht. Diese hätten häufig zu anhaltenden konjunkturellen Einbrüchen in den betroffenen Ländern geführt. Ein gleichzeitiges Auftreten solcher Krisen in mehreren Ländern habe es seit mehr als 20 Jahren nicht gegeben.

Die IfW-Experten berechneten in ihrer Simulation, dass die Immobilienkrisen in den USA, Großbritannien und Spanien - zusammen mit einem möglichen Zusammenbruch des Häusermarktes in Frankreich - sich von Anfang 2009 an in der deutschen und europäischen Konjunktur bemerkbar machen könnten. Bislang habe sich die Krise nur begrenzt auf die Wirtschaftsleistung der USA ausgewirkt. Werden die Folgen in den nächsten Quartalen spürbarer, dürfte auch der Effekt auf die deutsche Konjunktur stärker sein, schreiben die Forscher. Spaniens hohe Eigenheimquote spreche zudem dafür, dass ein Abschwung am Immobilienmarkt das Land und damit auch Deutschland härter treffen wird als in früheren Krisen.

Nach neuen Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wird auch der private Konsum so schnell nicht wieder anspringen. Demnach werden die privaten Ausgaben in Deutschland in diesem Jahr stagnieren. Bislang ging die GfK von einem leichten Anstieg des Konsums der privaten Haushalte von 0,5 Prozent aus. Die Rezessionsgefahr sei deutlich gestiegen, teilte das Institut mit.