"Günther Beckstein wird von der Bevölkerung und von den CSU-Anhängern als Ministerpräsident gewünscht", sagte Huber. Er selbst wolle auch nach seinem Rücktritt als Parteichef Abgeordneter im Landtag bleiben. "An den Sondierungsgesprächen mit FDP und Freien Wählern und den Koalitionsverhandlungen beteilige ich mich." Ob er Finanzminister bleibe, sei jedoch noch offen und werde am Ende der Koalitionsverhandlungen entschieden. Nachfolger von Huber an der Parteispitze soll Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer werden.

Damit stellt sich der scheidende CSU-Vorsitzende vor den amtierenden Ministerpräsidenten Beckstein. Am Dienstag hatten einige CSU-Mitglieder die Ablösung von Beckstein gefordert. Am heutigen Mittwoch kommt die CSU-Landtagsfraktion zu Beratungen über das weitere Vorgehen nach der verlorenen Wahl zusammen. Beckstein kündigte am Dienstag erneut an, er wolle sowohl mit der FDP als auch mit den Freien Wählern über ein Regierungsbündnis sprechen. Am Abend tritt auch die neue FDP-Fraktion zusammen.

Für ein Ende des Sonderstatus' der Christsozialen in der Union sprach sich indes der SPD-Politiker Thomas Oppermann aus. "Es würde die Arbeit in der großen Koalition wirklich erleichtern, wenn die Unionsfraktion ihre Doppelstrukturen nun endlich abschaffen würde", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Ohne die Vetorechte der CSU innerhalb der Unionsfraktion im Bundestag wären dem Regierungsbündnis "die unsäglichen Debatten" über Steuersenkungen, die Pendlerpauschale und die Reform der Erbschaftssteuer erspart geblieben. Er erwarte, dass starke CDU-Landesverbände die Sonderrechte der Bayern künftig infrage stellen, sagte Oppermann.