Die Bundesregierung und ein Konsortium deutscher Banken werden das Risiko von Kreditausfällen bei der Hypo Real Estate in einer Höhe von insgesamt 35 Milliarden Euro übernehmen. Die Garantie besteht aus zwei Teilen von 14 Milliarden Euro und von 21 Milliarden Euro. Das Bundesfinanzministerium bestätigte die Meldung.

Für den ersten Teil übernähmen die Banken 60 Prozent und der Staat 40 Prozent der Garantie, heißt es. Damit entspräche der staatliche Anteil an dieser Tranche rund 5,6 Milliarden Euro. Für den zweiten Teil von 21 Milliarden Euro trete der Staat allein ein.

Die Garantie-Vereinbarung stehe unter dem Vorbehalt einer Genehmigung durch den Haushaltsausschuss, hieß es weiter. Staatliche Gelder flössen im Rahmen des Rettungspakets nicht an die Hypo Real Estate. Wie hoch die tatsächlichen Verluste am Ende sein könnten, sei derzeit offen. Sollte der Staat tatsächlich einspringen müssen, dürfte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) große Probleme bekommen, wie geplant 2011 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt ohne neue Schulden vorzulegen.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm erklärte, mit dem Schritt sei ein Ausweiten der Finanzkrise auf Deutschland verhindert worden. Thorsten Albig, Sprecher des Finanzministeriums, fügte hinzu, es gehe im Moment nur um Hypo Real Estate; es sei keine andere Realkreditbank betroffen. Eine Verstaatlichung der Hypo Real Estate werde nicht beabsichtigt. Der Sinn sei vielmehr eine "geordnete Abwicklung" der Hypo Real Estate, erklärte Albig.

EZB-Ratsmitglied Marko Kranjec verteidigte die Rettung von Banken mit Hilfe öffentlicher Gelder. Solche Rettungsaktionen seien "billiger, als einen Run auf die Finanzinstitute zuzulassen", sagte er vor dem Hintergrund von Rettungsaktionen in Großbritannien (B&B), den Benelux-Staaten (Fortis) und nun Deutschland.

Die Wucht der Finanzkrise hat mit dem Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) erstmals auch ein Dax-notiertes, deutsches Finanzunternehmen getroffen. Doch durch das Rettungspaket seien die Probleme gelöst, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung von Bundesbank und BaFin. Beide gingen davon aus, "dass die Marktfähigkeit der Hypo Real Estate Gruppe nun gesichert ist".

Dies konnte der Immobilien- und Staatsfinanzierer am Morgen schließlich bestätigen. "Unsere Finanzierung ist auf absehbare Zeit gesichert", erklärte der Vorstandsvorsitzende Georg Funke. Die kurz- und mittelfristige Kreditlinie belaufe sich auf "mehrere Milliarden Euro" und schirmten das Unternehmen vom Einfluss der "derzeit weitgehend funktionsunfähigen internationalen Geldmärkte" ab.