Von der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers sind die KfW-Manager auch persönlich betroffen: Während ihrer Sitzung heute Morgen beschloss der Verwaltungsrat der staatlichen Förderbank die sofortige Kündigung der beiden bereits beurlaubten Vorstände. Dies teilten das Bundesfinanz- und das Wirtschaftsministerium am Morgen mit. Die Kündigungen seien Folge entsprechender rechtlicher Überprüfungen der Überweisungspanne.

Die Staatsbank hatte am 15. September im Rahmen eines Termingeschäfts rund 320 Millionen Euro an das US-amerikanische Finanzinstitut überwiesen, obwohl zu diesem Zeitpunkt dessen Kollaps praktisch feststand. Der Verwaltungsrat beurlaubte daraufhin die beiden Vorstandsmitglieder. Zudem wurde ein Bereichsleiter vom Vorstand suspendiert, der für das Risiko-Controlling in der Staatsbank zuständig ist. Ihnen war damit die Verantwortung für die Panne gegeben worden.

Im Verwaltungsrat hatte es unterschiedliche Auffassungen über die Berechtigung von Kündigungen gegeben. Das Aufsichtsgremium unterstütze den Vorstand bei dem Ziel, "die KfW so schnell wie möglich wieder in ruhiges Fahrwasser zurückzubringen", erklärten die beiden Ministerien nun.

Die KfW war bereits durch ihre Beteiligung an der Krisenbank IKB in Turbulenzen geraten. Nach massiven Fehlspekulationen musste die IKB mit Milliardensummen, großteils von der Großaktionärin KfW, gerettet werden. Ein Gutachten des Bundesrechnungshofs warf der KfW in diesem Zusammenhang Regelverstöße vor, monierte aber auch Mängel in den für die Förderbank zuständigen Ministerien für Finanzen und für Wirtschaft.