Lance Armstrong wirkte ein wenig verloren, wie er da neben Ex-US-Präsident Bill Clinton, dessen damaligem Vize Al Gore, Rock-Legende Bono, dem New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und den Staatschefs von Liberia und Jordanien stumm auf der Bühne herumstand. Der große Saal des New Yorker Sheraton war gefüllt mit Honoratioren aus aller Welt – Staatsoberhäupter und Minister waren da, Führungskräfte internationaler Organisationen, Politiker, Journalisten. Sie waren zur Konferenz der Bill-Clinton-Stiftung gekommen, um von entschlossenen Männern und Frauen zu hören, wie man die drängenden Probleme der Welt lösen kann – Hunger, Armut, globale Finanzkrise, die Klimakatastrophe. Clinton hatte dazu viel zu sagen, ebenso Gore und Bono und Bloomberg und die anderen. Armstrong hingegen schwieg zumeist.

Dabei war er doch zur Jahreskonferenz von Clintons überpolitischer Weltorganisation geladen worden, weil er als einer der führenden Kämpfer gegen das Übel der Krankheit Krebs gilt. Auf dem Gebiet tut Armstrong ja auch viel. Hunderte Millionen von Dollar für die Forschung soll er schon gesammelt haben. Trotzdem fiel ihm am Mittwoch zu dem Thema nicht so sehr viel ein. Außer, dass er wieder Rad fahren möchte. Rad fahren gegen den Krebs.

Die Details dieses Plans verriet Armstrong ein wenig später im kleineren Kreis in einem Konferenzsaal im Keller des Sheraton an der 52nd Street. Wesentlich klarer wurde dabei allerdings nicht, wie sein Comeback dem Krieg gegen den "Killer Nummer eins" auf dieser Welt letztlich dienen soll. Außer, dass seine Rückkehr in das Profi-Peloton irgendwie die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für das Krebs-Thema schärfen soll.

Was hingegen durchaus in New York deutlicher wurde, waren die Konturen seines sportlichen Comebacks. Selbstverständlich, erklärte er, werde er für das Team Astana fahren – jene Mannschaft, bei der sein langjährige Mentor Johan Bruyneel jetzt als Direktor beschäftigt ist. Es sei für ihn einfach unvorstellbar, ohne den Mann Rennen zu fahren, der ihm einst das Selbstvertrauen gab, die Tour zu gewinnen, und der den ungestümen Texaner zu jener kühlen Siegmaschine formte, als die man den Rennfahrer Armstrong zuletzt kannte.