ZEIT ONLINE: Fredou, wie tanzt man Tecktonik?

Fredd Goma-Biyot: Das Wichtigste ist der Rhythmus. Unsere Bewegungen sind sehr schnell, man muss vor allem mit den Armen arbeiten. Zum Beispiel kannst du sie um den Kopf herum kreisen lassen oder wellenartig am Körper entlangfahren lassen. Mit den Beinen sichern wir sozusagen den Takt. Wer Tecktonik tanzen will, muss ausdrucksstark tanzen können. Aber es gibt keine Regeln, nur eine gewisse Grundenergie – jeder macht daraus, was er will.

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Und wo er will ...

Goma-Biyot: Ja, den danse électro kann man überall tanzen: zu Hause, auf der Straße, auf den Bahnsteigen der Metro, während man auf den Zug wartet – ist man einmal angesteckt, wird es zu einer regelrechten Besessenheit.

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Sie filmen sich gegenseitig beim Tanzen, alles wird auf YouTube gestellt. Ist das auch eine Besessenheit?

Goma-Biyot: Es ist eine Manie. Alles wird gefilmt, früher wäre das undenkbar gewesen. Ich finde es toll, so verbreitet sich Tecktonik schneller. Da es keine Regeln gibt, kann auch jeder seine eigenen Tanzkurse ins Netz stellen – der danse électro ist zu einem großen Teil eine Bewegung der Straße und des Internets.

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Aber nicht nur. Sie gehen mit der Gruppe Eklésiast auf Tournee, es gibt Tecktonik-Läden, Sie und Ihre Kollegin Treaxy sind im Musikvideo der Sängerin Yelle aufgetreten.

Goma-Biyot: Natürlich versuchen wir auch, Tecktonik weiterzubringen. Ich persönlich tanze insgesamt seit drei Jahren, seit einem Jahr mache ich es professionell. Ich denke mir Choreografien für unsere Shows aus und probe mit den anderen.

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Wo wird das hinführen?

Goma-Biyot: Mein Ziel ist, Tecktonik noch bekannter und größer zu machen. Es gibt so viele Möglichkeiten, etwa die Schulen für unseren Tanz zu öffnen, Projekte mit Klassen auf die Beine zu stellen. Tecktonik ist jedenfalls die neue Generation!

Die Fragen stellte Simone Gaul.

Was Tecktonik-Tänzerin Sweety über ihren Spagat zwischen Club-Star-Dasein und Jura-Studium erzählt, lesen Sie im zweiten Interview.