Der britische Finanzminister Alistair Darling will mit diesem Rettungspaket sicherstellen, dass kurzfristig genügend Liquidität für einen geregelten Zahlungsverkehr auf dem Bankensektor vorhanden ist. Von dem Plan profitieren vor allem die größten Geldhäuser des Landes, darunter auch die Sparkassen, die bis zu 50 Milliarden Pfund als Kapitalspritze erhalten sollen. "Diese Maßnahmen sind absolut notwendig", sagte Darling. Das Notpaket sei ein wichtiger Schritt, um "das Bankensystem langfristig auf eine gesunde Grundlage zu stellen".

Nach der ersten sofortigen Finanzspritze von umgerechnet 64,2 Milliarden Euro zur Stabilisierung und Rekapitalisierung des Bankensystems, werde die Zentralbank weitere 200 Milliarden Pfund (258 Milliarden Euro) an kurzfristigen Krediten zur Verfügung stellen, um den Banken den normalen Ablauf ihrer Tagesgeschäfte zu sichern. Den Plan verabredeten Darling und Premierminister Gordon Brown am Dienstagabend, als sie zusammen mit Notenbankchef Mervyn King und dem Vorsitzenden der Finanzaufsichtsbehörde, Adair Turner, über Auswege aus der Krise beraten hatten.

Zu den Banken, die von den angekündigten Hilfsmaßnahmen profitieren, gehören unter anderem Barclays, die Royal Bank of Scotland (RBS), Lloyds TSB und HBOS. Einige dieser Banken hatten bis zur Hälfte ihres Börsenwertes verloren, und die Regierung war zunehmend unter Handlungsdruck geraten. Manche Investoren befürchteten gar deren Zusammenbruch, wenn ihnen nicht mit einem Multi-Milliarden-Pfund-Programm unter die Arme gegriffen wird.

Nach der Ankündigung des Rettungspakets erholten sich die Aktien der Großbanken kurz nach Handelsbeginn an der Londoner Börse. HBOS legten um 27 Prozent zu nachdem das Papier am Vortag 40 Prozent an Wert eingebüßt hatte. RBS-Aktien stiegen um 12 Prozent nach einem Verlust von bis zu 39 Prozent.