"Man sollte angeschlagenen Banken keine Garantien geben, sondern sie verstaatlichen", sagte der frühere Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, der ZEIT. Der Staat übernimmt die Institute, rekapitalisiert sie und kann sie danach wieder privatisieren. Für den Staat aber kann es sich sogar lohnen: Er kauft in der Krise und verkauft, wenn es wieder besser geht", sagte Kopper.

Damit schaltet sich Kopper in die Debatte um den Umgang mit Problembanken ein. In der Bundesregierung wird nach der Rettung der Hypo Real Estate derzeit darüber diskutiert, wie künftig kriselnden Instituten geholfen werden soll. Eine neue Weltwirtschaftskrise sei "nicht auszuschließen, wenn diese Krise nicht richtig gehandelt wird". Bislang handelten die Verantwortlichen aber "schnell und im Großen und Ganzen auch richtig".

Kopper wehrte sich dagegen, die Gier der Banken für die Krise verantwortlich zu machen. "Ich kann dieses Wort, die Banken seien gierig, nicht mehr hören ... Warum haben denn manche Leute Angst um ihre Spareinlagen? Vermutlich, weil sie das Geld jemandem gegeben haben, von dem sie verdammt wenig wissen. Der zahlt ihnen dann auch sieben Prozent, aber die beinhalten eine Zitterprämie. Wenn sie es zur Sparkasse um die Ecke bringen oder zur Deutschen Bank, bekommen sie weniger Zinsen, aber das Geld ist sicher."

Angesprochen auf die Verluste von Anlegern, die Papiere der untergegangenen Investmentbank Lehman Brothers gekauft haben, sagte er: "Wer sein ganzes Vermögen in eine einzige Anlage steckt, der ist doch dämlich. Das ist extremer Leichtsinn. Wenn es sich um das gesamte Vermögen fürs Alter handelt, dann steckt man es nicht in ein Zertifikat einer Bank, deren Namen man noch nicht einmal kennt."