Zaubern ist keine Lösung. Gut, es erleichtert einiges, zum Beispiel die Säcke, die Krabat jeden Tag auf den Mühlspeicher schleppen muss. Doch wie schnell gewöhnt man sich an diese Bequemlichkeit! Wer Mühlsäcke auf den Mühlspeicher zaubert, statt sie selbst dorthin zu schleppen, wird sich bald langweilen. Ob in Harry Potter oder Otfried Preußlers Krabat , die Probleme in Zauberschulen sind dieselben wie überall. Zauberschüler haben Streit mit den Lehrern, sie verlieben sich, wollen jeden Tag explodierende Bonbons (Harry Potter) oder Speckkuchen (Krabat) essen, wollen besser zaubern als die anderen und erst ganz zum Schluss, und nur wenn es unbedingt sein muss, retten sie die Welt. Bis zur ersten Realverfilmung der Erzählung Krabat vergingen fast 40 Jahre, zuletzt konkurrierten allerdings gleich zwei Filmproduktionen um den Stoff.

Otfried Preußlers Jugendbuch Krabat von 1971 erzählt schlicht vom Leben auf einer Schwarzen Mühle. Wichtiger als die gelernten Zaubersprüche sind die Freundschaften, die der Zauberlehrling Krabat schließt, schmerzvoller als die Schläge des Meisters ist das Erwachsenwerden. Und nicht Zauberkraft, sondern die Liebe einer Frau überwindet am Ende den bösen Meister.

Auf den ersten Blick hat Regisseur Marco Kreuzpaintner diese Steilvorlage aufgenommen. Die Grundzüge der Handlung folgen dem Buch, viele Dialogsätze stammen von Preußler. Shootingstar David Kross, die Entdeckung aus Knallhart , spielt Krabat , Daniel Brühl und Robert Stadlober zwei Müllerburschen an seiner Seite. Dass der Meister dabei zum Kumpeltyp wird und seine Angst vor dem Tod zeigt wie seine Gesellen? Geschenkt. Dass die Müllerburschen in zwei Gangs gespalten werden, die sich bei jeder Gelegenheit terrorisieren, um am Ende plötzlich Freunde zu werden? Ist eben so, wenn ein Buch zum Film wird.