Am deutschen Aktienmarkt ist die Freude über die Rettungspakete für die Finanzbranche verflogen. Händlern zufolge trat am Mittwoch wieder die Angst vor einer Rezession in den Vordergrund. Der Dax fiel bis zum frühen Nachmittag um 3,8 Prozent auf 4999 Punkte und durchbrach damit wieder die psychologisch wichtige 5000-Punkte-Marke. Seit Wochenanfang hatte der Index angesichts der Hilfszusagen mehrerer Regierungen für die Finanzbranche insgesamt 14 Prozent gewonnen - allerdings nach einem Kurssturz von über 20 Prozent in der Woche zuvor.

Die größten Verlierer im Dax waren Siemens und MAN. Siemens verlor bis zum Nachmittag rund 12 Prozent und stand bei 47,28 Euro. Die MAN-Aktien fielen um 11,40 Prozent auf 40,50 Euro. Auch Stahlwerte gehörten zu den großen Verlierern. Für die Titel von ThyssenKrupp ging es um 10,8 Prozent auf 16,78 Euro nach unten. Die Anteilsscheine von Salzgitter büßten 12,58 Prozent auf 51,15 Euro ein. Auch die Werte der Hypo Real Estate fielen um vier Prozent auf 6,02 Euro, die der Deutschen Bank sackten um 7,4 Prozent auf 35,89 Euro ab.

Schwächer als der Gesamtmarkt zeigten sich auch die meisten Autowerte. Daimler fiel um 7,9 Prozent auf 25,96 Euro, BMW um fast 7 Prozent und MAN um über 9 Prozent. Händler verwiesen zudem auf die Statistik der Vereinigung der europäischen Autobauer (ACEA). Demnach hat die Angst der Verbraucher vor schlechten Zeiten der Branche in Europa einen Absatzeinbruch beschert. Einzig die VW-Aktien widersetzten sich einmal mehr der Entwicklung am Gesamtmarkt. Sie führten die Reihen der Gewinner mit einem Plus von fast 8 Prozent auf 380 Euro an.

Nun rücke wieder die Lage der Wirtschaft in den Fokus, erklärten Börsianer. Sowohl in Europa als auch in den USA wird eine Rezession inzwischen nicht mehr ausgeschlossen, das drückte die Stimmung der Marktteilnehmer. Zudem fielen die aktuellen Konjunkturdaten aus den USA schlechter aus als erwartet. Entsprechend skeptisch standen auch die US-Investoren Aktien gegenüber: Die Indizes an der Wall Street starteten mit Abschlägen von rund 2 Prozent in den Handel. Dabei seien viele der in den USA vorgelegten Zahlen - unter anderem von Coca-Cola, JP Morgan und Wells Fargo - gut ausgefallen, sagte ein deutscher Händler.

Die Aktienbörse in Tokio schloss am Mittwoch nach dem Kursfeuerwerk vom Vortag uneinheitlich. Der Nikkei machte anfängliche Verluste wieder wett und notierte zum Handelsschluss mit 99,9 Punkten oder 1,06 Prozent im Plus bei 9547,47 Punkten. Am Dienstag sprang das Börsenbarometer für 225 japanische Werte in Reaktion auf das gemeinsame Vorgehen der großen Industrienationen gegen die Finanzkrise mit 14,15 Prozent so stark wie noch nie.