Sie sind so weit gegangen, wie man nur gehen kann. Die führenden Industriestaaten haben sich bei ihrem Treffen in Washington auf ein Maßnahmenpaket gegen die internationale Finanzkrise geeinigt. Es enthält alles, was man sich wünschen kann. Neue Liquiditätshilfen, eine Teilverstaatlichung angeschlagener Institute und sogar Stützungspakete für die Konjunktur.

Nun ist es wichtig, dass die Vorschläge in den einzelnen Staaten auch umgesetzt werden. Die Briten gehen mit gutem Beispiel voran. Ihr nationaler Rettungsplan ist vorbildlich, auch die Amerikaner bessern nach. Ihr 700-Milliarden-Paket soll jetzt verstärkt genutzt werden, um Anteile an Banken zu kaufen. Selbst die Deutschen scheinen hinzuzulernen. Nachdem sich die Union - und mit ihr Kanzlerin Angela Merkel - lange Zeit dagegen gewehrt hatte, ist auch die deutsche Regierung jetzt bereit, Banken im Notfall zu verstaatlichen und zu rekapitalisieren. Das ist zu begrüßen, denn CDU und CSU waren mit ihrer populistischen Weigerung, eine Nationalisierung in Betracht zu ziehen, zuletzt das größte Sicherheitsrisiko für den internationalen Finanzmarkt.

Denn ökonomisch gesehen ist völlig klar, dass der Kauf von Anteilen durch den Staaten der richtige Weg ist. Viele Institute brauchen inzwischen frisches Kapital, neue Risikoschirme und ähnliche Maßnahmen helfen ihnen nicht weiter. Für den Staat hat die Nationalisierung der Vorteil, dass er eine gewisse Kontrolle über die Institute erhält und Anteile später gewinn bringend verkaufen kann.

Jetzt kommt es auf die Details an. Darauf, dass die Regierungen die entsprechenden Summen bereit stellen, darauf, dass die Notenbanken mit Zinssenkungen für die nötige Begleitmusik sorgen, dass die Finanzminister von ihrem Sparkurs abrücken und die Konjunktur durch Kürzungsprogramme nicht zusätzlich belasten. Das wird zunächst teuer, vielleicht sehr teuer. Doch nur wenn der Staat in die Vollen geht, besteht eine Chance, die Abwärtsspirale zu stoppen. Und die wäre definitiv noch viel viel teurer.