Das geht nun schon mindestens fünf Jahren so, und ein Ende ist nicht in Sicht: Seit Jack Bauer alias Kiefer Sutherland mit seinem Serienknüller 24 Anfang des 21. Jahrhunderts die Welt eroberte (und rettete), trat das Format der Serie in eine neue Ära ein.

Die Diagnose ist bekannt. Jahr für Jahr raufen sich Medienmacher und Kritiker die Haare. Was haben amerikanische Serien, was deutsche nicht haben?

Gelegentlich, wenn zum Beispiel der Deutsche Fernsehpreis verliehen wird, versucht man, die Litanei mit Optimismus zu überspielen. Eigenproduktionen werden gefeiert. Doch dann kommt ein Spielverderber wie Marcel Reich-Ranicki , der so erfrischend offen und ehrlich bemerkte: alles Blödsinn! Stimmt das denn?

Bis auf wenige Ausnahmen wie Stromberg , ja. Die Comedy-Serie mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle ist mit Preisen überhäuft worden. Aber auch sie ist bekanntlich keine originär deutsche Erfindung, sondern eine Kopie der britischen Serie The Office .

Was aber ist es, was den amerikanischen und nach ihnen den britischen TV-Formaten gelingt und den deutschen nicht? Als wenn man das nicht wüsste.

Wer die jenseits des großen Ozeans und hierzulande gefeierten US-amerikanischen Kracher Monk , Six Feet Under , Desperate Housewives und Lost kennt, weiß: Die Serien nach dem Jahrtausendwechsel schnüren intelligente, ausgefallene Geschichten mit filmästhetischer Qualität und originellen Dialogen zu einem hochwertigen Gesamtpaket.

Die Serien sind anspruchsvoll, originell, klug, witzig, unterhaltsam, unkonventionell, gut besetzt - und sie spielen, was ihre Machart und Finanzierung angeht, mit großen Kinofilmen in einer Liga. Zugleich ist jede einzelne Reihe für sich genommen ein Unikat, ein Brand , wie amerikanische Serien-Produzenten das nennen, eine Marke.