Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hat weiterhin Probleme mit seiner rechten Wade. Am Abschlusstraining am Dienstag konnte er jedenfalls nicht teilnehmen. "Man muss von Stunde zu Stunde abwarten, wie die Reaktion ist", sagte Oliver Bierhoff, der Manager der Nationalmannschaft, zu Ballacks Einsatzchancen gegen Wales (20.45 Uhr/ZDF). "Wir setzen ihn nur ein, wenn er wirklich gesund ist."

Falls der 32-jährige Kapitän nicht spielen kann, würde wahrscheinlich Torsten Frings oder Simon Rolfes in die Startelf rücken.

Wie wichtig und wertvoll Ballack nach wie vor ist, bewies der Kapitän nicht nur wegen seines Tores beim 2:1 gegen Russland. "Es fällt nicht schwer, sportlich ein Ballack-Fan zu sein. Er nimmt eine zentrale Position ein", sagte sogar Bierhoff, der mit dem Anführer der Mannschaft zuletzt heftig im Clinch gelegen hatte. "Das Thema ist beseitigt", versicherte der Manager.

Nach einem Tritt des Russen Roman Schirkow hatte Ballack die 90 Minuten zwar noch durchgehalten, seit Sonntag aber nicht mehr trainieren können. "Wir kennen Michaels Problem mit der Wade", sagte Bierhoff in Erinnerung an die EM, als Ballacks Einsatz im verlorenen Finale gegen Spanien (0:1) ebenfalls lange ungewiss war. "Wir arbeiten mit den Physiotherapeuten daran, dass er fit wird und dem Trainer hundertprozentig zur Verfügung stehen kann", berichtete Bierhoff. Dieses Mal allerdings sind die Erfolgschancen gering.

Löw schwor seinen nach der Ausmusterung von Stürmer Kevin Kuranyi noch 19-köpfigen Kader am Montagvormittag bei einer Teamsitzung eindringlich auf die "schwierige Aufgabe" gegen Wales ein. "Er hat genauso gesprochen wie vor dem Russland-Spiel", verriet Thomas Hitzlsperger, der - Ballacks Fitness vorausgesetzt - wieder neben dem Kapitän agieren dürfte. "Es bringt nichts, wenn wir Russland schlagen und jetzt gegen Wales straucheln", trichterte Löw seinen Spielern im Mannschaftshotel ein.