Japan hat der internationalen Gemeinschaft seine Unterstützung im Kampf gegen die globale Finanzkrise zugesagt. "Die Folgen der Kreditkrise breiten sich in der ganzen Welt aus", sagte der japanische Finanzminister Shoichi Nakagawa am Freitag vor dem Treffen der G7-Ressortchefs in Washington. "Um die Kettenreaktion einzudämmen ist Japan zu einer Führungsrolle bereit, um Ländern Finanzmittel zur Verfügung zu stellen."

Er werde sich bei dem G7-Treffen für eine engere internationale Zusammenarbeit aussprechen, sagte Nakagawa. Die Hilfen sollten dann über den Internationalen Währungsfonds (IWF) verteilt werden. Die Zeitung "Nikkei" berichtete, Japan werde vorschlagen, mehrere Billionen Dollar an Währungsreserven in Asien und dem Nahen Osten für IWF-Notpakete bereitzustellen. Japan allein hält 995 Milliarden Dollar an ausländischen Devisen, in China sind es derzeit zwei Billionen Dollar - die weltgrößten Währungsreserven.

In Japan ist außerdem erstmals ein Finanzinstitut als direkte Folge der US-Hypothekenkrise untergegangen. Die in Tokio ansässige Lebensversicherungsgesellschaft Yamato Life Insurance beantragte am Freitag Gläubigerschutz. Die mittelgroße Versicherungsgesellschaft leidet unter Schulden von 269,5 Milliarden Yen (1,9 Milliarden Euro) als Folge von hohen Investitionen in Anleihen und andere Anlagen, die im Zuge der US-Immobilienkrise drastisch an Wert verloren haben. Das Unternehmen verfügte zum Ende März über 170.000 Versicherungskontrakte.

Einem Zeitungsbericht zufolge erwägt die US-Regierung die Garantie aller Bankschulden und zeitweise auch aller Bankeinlagen. Damit wolle die Regierung die Finanzmärkte stabilisieren, meldete das Wall Street Journal am Freitag auf seiner Internetseite. Die zwei Maßnahmen wären der bisher größte Staatseingriff in das US-Finanzsystem. Bereits am Donnerstag hatte die US-Regierung erklärt, eine systematische Teilverstaatlichung von Banken durch den Kauf stimmrechtsloser Aktien zu prüfen.