"Es wird nicht zu einem dauerhaften Konjunktureinbruch kommen", sagte Merkel am Morgen in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag. Die Unternehmen seien heute krisenfester als vor einigen Jahren. Sie fügte aber hinzu: "Allerdings wird Deutschland auch durch eine schwierigere Periode gehen."

Die Kanzlerin warb im Bundestag mit Nachdruck für das Rettungspaket für die Banken, mit dem die Regierung die Finanzkrise in Deutschland eindämmen will. Die Weltwirtschaft erlebe derzeit ihre schwerste Bewährungsprobe seit den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, sagte sie. In der vergangenen Woche seien die Geldmärkte faktisch funktionsunfähig gewesen, und der Kurssturz an den Aktienmärkten hätte eine "verhängnisvolle Spirale" in Gang setzen können.

Auch sei das dringend notwendige Vertrauen zwischen den Finanzmarktteilnehmern noch weiter erodiert, fügte Merkel hinzu. Kaum ein Institut sei noch bereit gewesen, einem anderen Geld zu leihen. Das gegenseitige Misstrauen habe die Akteure "fast vollständig gelähmt mit unabsehbaren Folgen für Wachstum und Arbeitsplätze".

In dieser Situation habe die internationale Gemeinschaft handeln müssen und habe gehandelt, sagte Merkel. So hätten mehrere Regierungen am Montag umfassende und abgestimmte Maßnahmen eingeleitet. Auch Deutschland habe innerhalb kürzester Zeit ein Maßnahmenpaket in bislang unbekannter Größenordnung auf den Weg gebraucht. Der Staat sei die einzige Instanz, um das Vertrauen zwischen den Banken wiederherzustellen. "Wir kommen damit unserer Pflicht nach, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden", sagte Merkel.

Nach Angaben aus Regierungskreisen rechnet die Regierung 2009 nur noch mit 0,2 Prozent Wachstum. Bisher waren es 1,2 Prozent. Die Prognose wird am Donnerstag veröffentlicht.