Herr Hitzlsperger, stehen Sie gegen Wales wieder in der Startelf?

Da werden wir mal schauen, wie sich der Trainer entscheidet, bislang hat er noch nichts gesagt. Ich weiß es nicht.

Was sagt Ihnen denn Ihr Gefühl?

Ich habe weder ein gutes noch ein schlechtes. Alles ist offen, genauso wie vor dem Russlandspiel. Die Konkurrenz ist sehr groß bei uns im Mittelfeld.

Das Zusammenspiel mit Michael Ballack hat ganz gut geklappt. Warum sind Sie so bescheiden?

Ich bin ganz zufrieden, wie es gelaufen ist. Aber ob man jetzt daraus ableiten kann, dass es automatisch so bleibt – ich weiß nicht. Der Michael ist jetzt auch angeschlagen, es ist nicht sicher, ob er spielen kann.

Es war Ihr 42. Länderspiel, aber es war das erste Mal, dass Sie den Vorzug erhielten, obwohl alle anderen Spieler für diese Position einsatzbereit waren – auch Torsten Frings. War das jetzt Ihr Durchbruch zum Stammspieler?

Nein, das glaube ich eben nicht. Ich bin jetzt zwar auch schon länger dabei, habe eine ganze Menge Länderspiele gemacht, aber das eine Spiel hat jetzt nicht alles verändert. Die Situation ist über die Jahre gewachsen. Anfangs hatte ich es schwer, meinen Platz in der Nationalmannschaft zu finden, aber ich habe mich weiterentwickelt und meinen Platz gefunden.

Was außer Ihrem Alter spricht im Vergleich zu Frings für Sie?

Dass ich am Samstag von Beginn an gespielt habe, ist ja schon mal eine gute Ansage des Trainers. Und darum geht es auch. Dass er mich gut einschätzen kann. Meine Stärke ist es, saubere Pässe in die Spitze zu spielen. Das ist dem Trainer sehr wichtig.

Sie stehen in direkter Konkurrenz zu Ballack und Frings, den Führungsspielern des Teams. Sie müssen sich mit dem Machtzentrum anlegen. Das macht es nicht gerade leicht für Sie.

Im Gegenteil, ich sehe es als Vorteil, weil es mich anspornt, noch mehr Leistung zu bringen. Ich nehme es nicht als gegeben hin, wenn ich spiele, nach dem Motto: Ich spiele sowieso, ich brauche nicht mehr viel zu machen. Wenn ich hier einen Tag nachlasse, sinken meine Chancen.