Die Bundesländer haben das Rettungspaket der Regierung für die Banken in einem Gesamtumfang von 500 Milliarden Euro im Grundsatz begrüßt. Sie sehen jedoch Nachbesserungsbedarf, wie mehrere Landesfinanzminister am Dienstag nach einem Treffen mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) in Berlin sagten. Vor allem gibt es Differenzen hinsichtlich der Mitwirkung der Länder.

Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) sagte, es gebe im Wesentlichen zwei Überlegungen. Entweder die Länder bekämen eine Mitwirkungsmöglichkeit beim Gesamtpaket - dann könne man dieses, wie von Steinbrück vorgeschlagen, im Verhältnis 35:65 aufteilen. Oder aber die Landesbanken und Sparkassen würden reine Ländersache, dann müsste der Bund des gesamten Rest übernehmen.

Bayerns Finanzminister Huber kritisierte die von der CSU mitgetragene Bundesregierung erneut. "Der Bund entscheidet, und die Länder bekommen die Rechnung. So geht es in einem fairen Miteinander nicht." Für das Geldwesen und die Bankenaufsicht sei der Bund zuständig. Die Länder würden zudem doppelt belastet, weil sie auch noch allein die Last für Landesbanken und Sparkassen übernehmen sollten.

Gleichwohl zeigten sich sowohl Möllring als auch Bayerns Finanzminister Erwin Huber (CSU) und Baden-Württembergs Ressortchef Willi Stächele (CDU) zuversichtlich, dass bis zu den Sitzungen von Bundestag und Bundesrat an diesem Freitag eine Lösung gefunden werden kann.

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller bezeichnete eine Beteiligung der Länder als unumgänglich. Die Beruhigung der Finanzmärkte sei eine gesamtstaatliche Aufgabe, an der die Länder genauso ein Interesse wie der Bund hätten. "Jetzt ist eine Verantwortungsgemeinschaft gefordert", sagte Müller im Deutschlandradio Kultur. Zuvor hatten schon Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen ihre Zustimmung angekündigt.