Heute Abend kommt es zum Showdown bei der BayernLB. Der Verwaltungsrat der bayerischen Landesbank trifft sich zu einer Sondersitzung . Dabei geht es um die Frage, ob der Vorstand der Bank, die als Erste auf die Milliardenhilfe des Bundes zurückgriff, geschlossen zurücktreten muss. 

Die Forderung der künftigen schwarz-gelben Landesregierung ist eindeutig. Sowohl der designierte CSU-Chef Horst Seehofer als auch die FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger haben den Verwaltungsrat mit Erwin Huber an der Spitze aufgefordert, den Vorstand der Landesbank zu personellen Konsequenzen zu zwingen.

Offenbar mit Wirkung: Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wird der gesamte Vorstand der Landesbank zurücktreten. Die Auswechslung des Vorstands hatten zuvor Parlamentarier sowohl der CSU als auch der FDP gefordert. Seehofer und Leutheusser-Schnarrenberger hätten somit ihre erste Machtprobe gewonnen.

Unabhängig vom noch offenen Ressort-Zuschnitt scheinen Seehofer und Leutheusser-Schnarrenberger eine gute Arbeitsebene miteinander gefunden zu haben. Trotz knappem Zeitrahmen und trotz der Milliarden-Krise bei der Bayerischen Landesbank wollen CSU und FDP ihre Koalitionsverhandlungen an diesem Freitag abschließen. "Es läuft gut", sagte der designierte Ministerpräsident Horst Seehofer am Donnerstag nach einer weiteren Verhandlungsrunde mit der FDP in München. Auch Leutheusser-Schnarrenberger turtelte: "Es waren kurze, aber gute Beratungen."

Unisono betonen sie in diesen Tagen häufig, mit ihrer Regierung einen "Neuanfang" wagen zu wollen. Rhetorisch setzten sich beide so weit wie möglich von der bisherigen, inzwischen diskreditierten Regierung ab.

Ein Beispiel: Die Neu-Koalitionäre einigten sich darauf, dass sie für den regulären Landeshaushalt 2009/2010 ohne neue Schulden auskommen wollen. Die Kosten der Landesbank-Rettung sollen separat verbucht werden. Seehofer sprach von "Altlasten". Neue Schulden schlossen sie in diesem "Sonderkapitel" des Haushalts nicht aus.

Günther Beckstein und Erwin Huber indes, die entmachteten CSU-Führer, haben ihrerseits bereits signalisiert, nicht dauerhaft die Rolle der Buhmänner übernehmen zu wollen. "Horst Seehofer übernimmt den geordnetsten Haushalt aller Bundesländer", betonte Beckstein. "Er hat über zwei Milliarden in der Kasse. Wer meint, dass Huber und ich die Sündenböcke sind, der täuscht sich."