Die Börsianer in Frankfurt ließen sich von schlechten Vorgaben aus Übersee entmutigen. Der Leitindex Dax gab im frühen Handel 0,66 Prozent auf 4541 Zähler ab. Der TecDax verzeichnete ebenfalls Verluste. Nur der MDax profitierte von erfreulichen Quartalsberichten deutscher Unternehmen. Er stieg um 0,34 Prozent auf 5372 Punkte. Mit plus 16,40 Prozent auf 5,18 Euro sprangen die Titel der Baumarktkette Praktiker an die MDax-Spitze, nachdem das Unternehmen Zahlen veröffentlicht hatte.

Händler verwiesen auf Druck von den Börsen aus New York und Tokio. In den USA ist inzwischendie Berichtssaison angelaufen, sie hält bislang zahlreiche negative Überraschungen bereit. Zwar wurden die am Morgen veröffentlichten Geschäftszahlen mehrerer deutscher Unternehmen zumeist positiv aufgenommen. Doch in den USA schürte zuvor eine ganze Serie enttäuschender Unternehmensergebnisse die Angst vor dem Abschwung.

Die Börsen erlitten auf breiter Front schwere Verluste. In den USA fielen die Kurse auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Der Dow-Jones-Index stürzte zeitweise unter 8500 Punkte. Zum Handelsschluss notierte er 5,7 Prozent unter dem Vortagesstand bei 8519,21 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 6,1 Prozent, die Technologiebörse Nasdaq um 4,8 Prozent. Anzeichen einer lange erhofften Entspannung an den Kreditmärkten rückten in den Hintergrund.

In Tokio verlor der Nikkei-Index zwischenzeitlich mehr als sieben Prozent. Zwar machte er später wieder Boden gut, er blieb aber klar in der Verlustzone. Am Handelsende ging das Börsenbarometer für die 225 führenden Werte mit einem Abschlag von 213,71 Punkten oder 2,46 Prozent bei 8460,98 Punkten aus dem Markt.

Ein Rohöl-Barrel (159 Liter) kostete zum Schluss des New Yorker Parketthandels 66,75 Dollar und damit 4,14 Dollar weniger als am Vortag. Vor dem Hintergrund des jüngsten Preisrückgangs wird die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Förderkürzung immer höher. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) dürfte aus Sicht von Experten am Freitag eine Kürzung der Fördermengen beschließen, um einen weiteren scharfen Preisverfall zu verhindern.

Der Euro hat sich gestern nach der rasanten Talfahrt vom Vortag etwas stabilisiert. Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,2782 US-Dollar. Der Dollar war 0,7822 Euro wert. Noch am Mittwoch war der Euro mit 1,2736 Dollar noch auf den tiefsten Stand seit knapp zwei Jahren gesackt. Dabei hatte der Euro erst im Juli mit 1,6 Dollar einen Rekordstand erreicht.