Die Menschen lieben das Feuer. Sie sind die einzigen Säugetiere, die vor dem Feuer nicht zurückschrecken, sondern es suchen und pflegen. Der Beginn der Feuernutzung durch die Hominiden reicht über eine Million Jahre zurück. Die Hominiden haben damit einen energetischen Stoffwechsel eingeleitet, der den organischen Stoffwechsel von Nahrung und Verdauung ergänzt und erweitert. Unsere entfernten Vorfahren lebten vom Jagen und Sammeln. In energetischer Hinsicht bedeutet dies, daß sie sich in existierende Solarenergieinflüsse einschalteten und diese für sich nutzten, ohne diese Flüsse entscheidend zu ändern. Sie ernteten wildwachsende Pflanzen, deren Biomasse durch Photosynthese gebildet worden war, und sie jagten Tiere, die sich von Pflanzen ernährten. Damit unterschieden sie sich auf den ersten Blick nicht wesentlich von anderen Tieren. Die Nutzung des Feuers bewirkte dann aber einen entscheidenden Unterschied.

Feuer diente nicht nur der Zubereitung von Nahrung oder als Lagerfeuer, an dem man sich in kalten Nächten wärmen konnte. Ökologisch entscheidend war vielmehr der Einsatz von Feuer zur Jagd. Paläolitische Jäger veranstalteten Treibjagden, bei denen sie gezielt Flächenbrände in der Steppe oder im Buschland anzündeten, wodurch die Jagdbeute in Panik geriet, in Engpässe getrieben werden konnte oder Abgründe hinabstürzte, wo sie leicht geschlachtet werden konnte. Diese Jagdmethode, die in vielen Gebieten der Erde verbreitet war, war alles andere als umweltfreundlich. Es kamen dabei weit mehr Tiere um, als genutzt werden konnte, nicht zu reden von den "Kollateralschäden" an der Vegetation und durch das Verbrennen zahlreicher kleiner Tiere, die man eigentlich nicht töten wollte. Wenn man die Energiemenge abschätzt, die auf diese Weise umgesetzt wurde, so lag der jährliche Energieverbrauch eines Jägers etwa bei dem Zehnfachen eines heutigen US-Amerikaners.

Dies war nur möglich, da die Bevölkerungsdichte dieser Gesellschaftens sehr gering war. Mit dem Übergang zum Ackerbau, der vor etwa 10.000 Jahren einsetzte, war dann ein globales Bevölkerungswachstum verbunden, das mit einer Verdichtung der Bevölkerung einherging. Die Strategie der Bauern bestand darin, die Biomasse, die auf einer bestimmten Fläche verfügbar war, für sich zu monopolisieren. Die Bauern schöpften nicht nur die Energie ab, die in ihrem Lebensraum natürlich verfügbar war, sondern sie strebten eine Kontrolle und Manipulation der Energieströme an.

Die Grundlage der Landwirtschaft war schon immer eine Art Biotechnologie: Die von der Sonne einstrahlende Energie wurde primär durch die Photosynthese von Pflanzen eingefangen und chemisch gebunden, sekundär von Tieren umgewandelt und schließlich in eine für den Menschen brauchbare Form gebracht. Das Agrarsystem nutzte vor allem Lebewesen als Energiekonverter: als Nahrungsmittel, als Werkzeug, als Baumaterial, als Kraftquelle und als Transportmittel. Zu diesem Zweck wurde versucht, deren Lebensprozesse weitgehend unter Kontrolle zu bringen: Der Mensch rodete Wälder, legte Äcker an, säte und pflanzte, bewässerte und dränierte, brannte ab und baute an, züchtete und rottete aus, vermehrte und schützte seine Nützlinge und bekämpfte die Schädlinge, die Unkräuter, das Ungeziefer und die Raubtiere. Durch Selektion und Züchtung wurden hierbei auch genetische Veränderungen eingeleitet und nutzbar gemacht.

Diese Strategie war lange Zeit sehr erfolgreich. Im Zuge der Entwicklung der Landwirtschaft wurde durch eine Vielzahl von Methoden der energetische Wirkungsgrad bei der Nutzung von Solarenergieströmen verbessert, was bedeutete, daß immer mehr Menschen von einer gegebenen Fläche leben konnten. In einfachen Brandrodungswirtschaften lag der Energieumsatz pro Kopf etwa bei dem Vierfachen des heute in Industriegesellschaften üblichen. In der reifen Agrargesellschaft, die auf einem komplexen System der dauerhaften Nutzung von Flächen beruhte, sank er auf etwa ein Drittel des heutigen Energieumsatzes und betrug rund 70 GJ pro Person und Jahr.