Das uneingeschränkte Vertrauen des Verwaltungsrats und der Anteilseigner der BayernLB sei unabdingbare Voraussetzung für ihre weitere Arbeit, schrieben Vorstandschef Michael Kemmer und die weiteren fünf Vorstandsmitglieder am Donnerstag in ihrem Brief. Der scheidende Minister Erwin Huber (CSU) ist Vorsitzender des Kontrollgremiums. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

"Sollte dieses Vertrauen nicht mehr gegeben sein, steht der Vorstand selbstverständlich für Gespräche über die sich daraus ergebenden Folgerungen zur Verfügung", heißt es darin. Der Vorstand reagierte damit auf Äußerungen des designierten bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der am Dienstag der amtierenden Regierung nahegelegt hatte, Gespräche mit den Verantwortlichen der Landesbank über ihre persönliche Verantwortung zu führen.

Unterdessen hat die noch amtierende bayerische Regierung das Rettungskonzept für die in einer milliardenschweren Finanzkrise steckende BayernLB freigegeben. "Wir haben den Beschluss gefasst, dass wir die Kapitalerhöhung durch den Bund beantragen und dass der Freistaat bereit ist, unter bestimmten Konditionen das Eigenkapital um 700 Millionen Euro zu erhöhen", sagte Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) am Donnerstag nach einer außerplanmäßigen Kabinettssitzung in München. Die Regierung begrüße es zudem, wenn der Landtag eine BayernLB-Kontrollkommission einsetze.

Beckstein bekräftigte, die persönliche Schuld für das Milliarden-Desaster bei der Landesbank sehe er nicht beim scheidenden Finanzminister Erwin Huber (CSU) und auch nicht bei Sparkassenpräsident Siegfried Naser. "Die Agierenden sind die Vorstände", betonte er. Huber hatte am Mittwoch seinen Rückzug als Finanzminister angekündigt.