"Ich möchte einen Dienst für Bayern leisten, einen Dienst für die Menschen", sagt Seehofer nach seiner Wahl. Er erhielt 786 von 870 gültigen Stimmen. Gegenkandidaten hatte er nicht.

Seehofer löst Erwin Huber ab, der nach dem Verlust der absoluten Mehrheit im Freistaat als CSU-Chef zurückgetreten war. Am Montag soll Seehofer zum bayerischen Ministerpräsidenten gewählt werden.

Gegenüber der großen Schwester CDU kündigte Seehofer zuvor einen "klaren und harten Kurs" an: "Mein Arbeitsplatz ist künftig München, aber meine Kampfkraft wird sich auch auf Berlin erstrecken", sagte der bisherige Bundesagrarminister.

Wie seine Vorgänger pochte er auf Änderungen bei der Erbschaftssteuer und der Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale. Die rund 1000 Delegierten wollten Seehofer zum Nachfolger von CSU-Chef Erwin Huber wählen.

Huber beschwor die Partei: "Lassen Sie uns zusammenstehen." Huber, dem ein schwieriges Verhältnis zu Seehofer nachgesagt wird, beteuerte, er werde sich für dessen Erfolg einsetzen. Der noch bis Montag amtierende Ministerpräsident Günther Beckstein versprach ebenfalls Unterstützung, auch wenn er künftig keine Ämter mehr bekleiden werde. "Ich wünsche uns allen, dass Du, lieber Horst, die CSU schnell wieder zu alter Stärke führst."

Nach einem Jahr Doppelspitze legt Seehofer die Chefposten in Partei und Regierung wieder zusammen.