Beim Parteitag in München wollen die Delegierten den Koalitionsvertrag mit der FDP absegnen, den die Führungsspitzen bis Freitagabend ausgehandelt haben. Zudem steht die Kür Seehofers zum CSU-Chef auf der Tagesordnung. Am Montag soll der bisherige Bundeslandwirtschaftsminister zum neuen Ministerpräsidenten des Freistaats gewählt werden.

Nach gut einem Jahr Doppelspitze führt Seehofer die Chefpositionen in Partei und Regierung wieder zusammen. Die CSU erhofft sich davon neue Schlagkraft, vor allem auch im Bund. Die Präsenz der kleinen Unionspartei in Berlin hatte zuletzt gelitten.

Seehofers Amtsvorgänger, CSU-Vorsitzender Erwin Huber, und Ministerpräsident Günther Beckstein hatten nach dem Verlust der absoluten Mehrheit in Bayern ihre Posten räumen müssen. Erstmals seit 46 Jahren tritt eine Koalitionsregierung im Freistaat an. Die bayerische FDP will auf einem Parteitag am Sonntag in Ingolstadt dem Koalitionsvertrag zustimmen.

Seehofer bezeichnete den Koalitionsvertrag als "gute Grundlage für eine stabile Regierung".

Bayerns FDP-Chefin Sabine Leutheusser- Schnarrenberger sagte, es sei "gelungen, die liberale Handschrift, die uns so wichtig ist, hineinzubringen".

Das schwarz-gelbe Bündnis ist auch als Modellversuch für eine Machtübernahme von Union und FDP nach der Bundestagswahl im Herbst 2009 gedacht.