"Von mir aus schmeißt mich doch raus", hatte sie geschrieben. Nun hat das ZDF genau das getan.

Der Sender trennte sich heute Morgen mit sofortiger Wirkung von Elke Heidenreich. Das Vertrauensverhältnis sei zerstört, eine weitere "gedeihliche" Zusammenarbeit nicht mehr möglich. Die beiden noch ausstehenden Ausgaben der Literatursendung Lesen im Oktober und Dezember werden nicht mehr produziert.

Mit der Demission Heidenreichs erhält ein in der deutschen Fernsehgeschichte beispielloses Schmierenstück seinen letzten Akt. Zunächst die Wutrede Reich-Ranickis im Rahmen der Fernsehpreis-Verleihung. Dann der Brandartikel Heidenreichs in der FAZ . Dem eilig einberufenen ZDF-Krisengipfel zwischen Reich-Ranicki und Gottschalk, mehr Teegeplauder als Grundsatzstreit, folgte die Eskalation. Via Bunte gingen die drei Hauptakteure aufeinander los.

Heidenreich nannte Gottschalk einen "müden, alten Mann". Worauf dieser seinen für Dezember geplanten Besuch in ihrer Sendung absagte und Goethe als Gewährsmann seiner Rüstigkeit heranzog. Ranicki wiederum unterstellte Heidenreich intrigantes Verhalten, weil sie angeblich die Laudatio Gottschalks bei der Preisgala verhindern wollte.