Na endlich, werden sich viele denken. Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB verklagt ihre früheren Manager. Der frühere Vorstandschef Stefan Ortseifen und drei weitere Ex-Vorstände sollen ihre Prämien zurückbezahlen. Es geht um Summen von 450.000 bis 800.000 Euro.

Ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, in ähnlicher Manier Finanzmanager auf der ganzen Welt von Josef Ackermann bis Lloyd Blankfein zur Kasse zu bitten für die gigantischen Fehlspekulationen?

Das wäre nicht klug. Sicher, die Klagen gegen die IKB-Oberen sind gerechtfertigt. Sie haben dicke Erfolgsboni für das Jahr 2006 kassiert, als die IKB scheinbar gute Geschäfte gemacht hatte. Doch schon Mitte 2007 hat sich herausgestellt, dass die Geschäfte alles andere als gut waren: Die IKB hat sich gnadenlos verzockt und wäre ohne Staatshilfen in Milliardenhöhe Pleite gegangen. Da ist es nur konsequent, den Bonus zu streichen – und zurückzufordern.

Der Fall IKB lässt sich allerdings nicht einfach auf andere Banken übertragen. Sicher, auch bei der Deutschen Bank zum Beispiel sind die Gewinne geschrumpft, müssen Milliardenbeträge abgeschrieben werden. Doch ihr Chef Josef Ackermann und seine Vorstände und Manager haben in den vergangenen Jahren für die Aktionäre und Kunden Wert geschaffen, der Aktienkurs und die Gewinne waren üppig. Dafür sind sie belohnt worden. Denn für den geschäftlichen Erfolg ist Ackermann und sind die anderen Banker in erster Linie zuständig, nicht für das Finanzsystem insgesamt oder das Gemeinwesen.

Es gibt dennoch eine Lehre aus dem Fall IKB: Es kann nicht sein, dass Vorstände Prämien erhalten, wenn sie den Gewinn für ein paar Quartale durch Luftbuchungen künstlich nach oben treiben. Die Bonuszahlungen müssen sich stattdessen am längerfristigen Geschäftserfolg ausrichten. Das ist viel wirkungsvoller, als sich das Geld im Nachhinein über Gerichtsverfahren zurückzuholen.