Immerhin: Im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland gab es am Dienstag auch ein positives Signal.Trotz der Finanzkrise könne der Konsum möglicherweise auch im nächsten Jahr zu einem bescheidenen Wachstum beitragen, sagte der Chef der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Klaus Wübbenhorst in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur. Grund für diese Annahme ist eine positive Prognose für die Konsumentwicklung im November, die das Institut am Dienstag vorstellte. Der Index werde von 1,8 Punkten im Oktober auf 1,9 Punkte steigen, so die GfK.

Ansonsten mehrten sich allerdings auch am Dienstag die Krisenzeichen: Der Verband der Inkasso-Unternehmen kündigte an, er erwarte im kommenden Jahr einen Anstieg der Firmenpleiten, die  Medienbranche korrigierte ihre Wachstumsprognosen nach unten und die Bundesagentur für Arbeit rechnet schon jetzt damit, dass die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld I im kommenden Jahr deutlich zunehmen wird, ebenso wie die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit.

Bei den Bürgern ist die Angst vor der Krise ohnehin längst angekommen: 89 Prozent fürchten laut einer Emnid-Umfrage, dass sich die Lage der Wirtschaft in Deutschland in der nächsten Zeit verschlechtern wird. Knapp ein Drittel der Befragten bangt um den eigenen Arbeitsplatz.

Könnten die Wähler selbst entscheiden, was nun zu tun ist, dann wäre die Antwort klar: 76 Prozent plädierten für eine Senkung von Steuern und Abgaben. Nur 15 Prozent befürworten dagegen ein staatliches Konjunkturprogramm.

Die Bundesregierung wird sich voraussichtlich dennoch für diesen Weg entscheiden. Zwar bekräftige Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am Dienstag seine Forderung nach Steuersenkungen. "Es geht darum den Menschen mehr Kaufkraft zu geben", sagte er im ARD-Morgenmagazin.

Doch sowohl die CDU als auch Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wollen da höchstens in Teilen mitgehen. Denkbar ist etwa eine bessere steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen oder eine Neuregelung der Kfz-Steuer, um einen Anreiz zum Kauf von Autos zu schaffen. Grundsätzlich befürchtet der Finanzminister aber, dass die Bürger das Geld, das sie durch Steuersenkungen zusätzlich erhielten, einfach sparen würden. Der Konjunktur wäre damit nicht geholfen.