Am Montag hatte Vladimir Kramnik den WM-Kampf noch einmal spannend gemacht. Anand hätte bereits in dieser zehnten Partie ein Remis gereicht, um das WM-Duell zu gewinnen. Er unterlag seinem russischen Herausforderer jedoch - zum ersten Mal während dieser Weltmeisterschaft.

Nach Anands Siegen in der dritten, fünften und sechsten Partie genügte ihm heute ein Remis zum Gesamtsieg. Der Russe hätte sowohl diese als auch die letzte Partie gewinnen müssen, um ein Tie-Break zu erreichen.

Der eigentliche Gewinner ist aber der Schachsport, denn seit Langem hat keine Schach-Weltmeisterschaft eine derartige Resonanz in den Medien gefunden: So spielte sich die Berichterstattung nicht etwa in der Bildungsbürgernische, unter "ferner liefen" in der Schachecke ab, sondern erfuhr in allen großen Zeitungen und in deren Online-Ausgaben große Beachtung. Dank der dort gebotenen Schach-Ticker und Live-Bretter konnten Schachbegeisterte die Partien zeitgleich am heimischen Computer nachverfolgen.

Der deutliche Ausgang der WM überrascht: Sowohl Anand und als auch Kramnik gehören zu den Top-Spielern der Schachwelt und der überwiegende Teil ihrer bisherigen Begegnungen endete mit einem Remis. Vor dem Match hatte man deshalb mit einem sehr ausgeglichenen Verlauf gerechnet, dass eine Entscheidung erst ganz am Schluss im Tie-Beak fallen würde, war nicht unwahrscheinlich.