Künftig kann bei hohen Kursausschlägen und einer zu hohen Gewichtung in einem Index eine Aktie kurzfristig aus Dax, MDax oder SDax entfernt werden. Bislang prüfte die Börse die Index-Zusammensetzung zu mehreren festen Terminen im Jahr.

Eine Aktie soll nun sobald aus einem Index entfernt werden können, sobald ihr Gewicht aufgrund der Marktkapitalisierung zu einem Handelsschluss zehn Prozent übersteigt. Weiterer Grund für eine Herausnahme wäre, wenn die annualisierte Volatilität des Kursverlaufs über die vorangegangenen 30 Handelstage den Wert von 250 Prozent übersteigt.

Die Volkswagen-Aktie hatte in den vergangenen Tagen einen beispiellosen Höhenflug erlebt - von gut 200 Euro am vergangenen Freitag bis an die Marke von 1000 Euro am Dienstagabend, wo der Anteil von VW am Dax zum Handelsschluss 27 Prozent betragen hatte. Grund war eine drastische Verknappung des Streubesitzes, nachdem Porsche seine Beteiligung und Optionen auf VW-Aktien ausgebaut hatte.

Der ungezügelte Kursanstieg ließ den Dax um rund zehn Prozent steigen, obwohl fast alle Aktien im Minus standen. Händler und Experten hatten von der Börse zügiges Gegensteuern gefordert. In einem ersten Schritt begrenzte sie das Gewicht der VW-Aktie im Dax von kommendem Montag an auf zehn Prozent.

An diesem Freitagnachmittag hat sich der Dax indessen deutlich in die Gewinnzone vorgearbeitet und ist zuletzt um 0,70 Prozent auf 4903 Zähler gestiegen. Der TecDax baute sein Plus auf 6,29 Prozent und 516 Punkte aus. Lediglich beim MDax stand noch ein Minus von 0,23 Prozent auf 5396 Punkte zu Buche. Händler verwiesen auf eine vergleichsweise freundliche Entwicklung an den US-Börsen.

Aktien von Volkswagen (VW) lagen nach heftigen Kursschwankungen zuletzt mit plus 8,92 Prozent bei 544,59 Euro. An diesem Freitag wird die erste Stufe der Reduzierungen der Indexgewichte von VW-Aktien wirksam.