Nach schwachen Vorgaben aus Asien ist der deutsche Aktienmarkt mit Verlusten gestartet. Der DAX fiel kurz nach Handelsbeginn um 0,75 Prozent auf 4832 Punkte. Der MDAX verlor 1,12 Prozent auf 5347 Zähler. Der TecDAX gab 0,18 Prozent auf 509 Punkte ab. Händler verwiesen insbesondere auf das Minus von fünf Prozent beim japanischen Leitindex Nikkei als Belastung für den DAX.

Zuvor hatte die japanische Zentralbank erstmals seit sieben Jahren die Leitzinsen von 0,5 auf 0,3 Prozent gesenkt. Damit will sie die heimische Wirtschaft stützen, der in Folge der globalen Finanzkrise eine tiefe Rezession droht.

Die Entscheidung war an den Aktienbörsen in Tokio mit Spannung erwartet worden. Trotzdem schloss die asiatische Leitbörse schwach. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte zum Handelsschluss einen Abschlag von 452,78 Punkten oder 5,01 Prozent und ging beim Stand von 8576,98 Punkten in ein verlängertes Wochenende. Der Schritt der Zentralbanker beeindruckte die Börsianer kaum, da er bereits erwartet worden war. Stattdessen nahmen die Anleger Gewinne nach den Aufschlägen der letzten Tage mit.

Die Bank von Japan korrigierte derweil ihre Wachstumsprognose für das noch bis 31. März 2009 laufende Fiskaljahr wegen der Auswirkungen der globalen Finanzkrise deutlich nach unten, auf nur noch 0,1 Prozent. Bislang war man für Japan von 1,2 Prozent Wachstum ausgegangen. Der stark gestiegene Yen setzt der maßgeblich vom Exportmotor abhängigen zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu.

Die japanische Regierung hatte gestern ein zweites Wirtschaftsförderprogramm im Umfang von 26,9 Billionen Yen (216 Milliarden Euro) angekündigt. Unter anderem sollen alle privaten Haushalte bis zum März 2009 Bargeldhilfen im Umfang von zwei Billionen Yen erhalten. Ende August hatte die Regierung ein erstes Förderpaket über 11,7 Billionen Yen geschnürt, mit dem die Auswirkungen der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise gedämpft werden sollten.

Die US-Notenbank Fed hatte erst vor zwei Tagen ihren Zinssatz um 50 Basispunkte auf ein Prozent gesenkt. Auch von der Europäischen Zentralbank erwarten Analysten kommende Woche eine weitere Zinssenkung auf dann 3,25 Prozent.