Über den inzwischen 73-jährigen Inzest-Täter aus dem niederösterreichischen Amstetten werden immer mehr Horrornachrichten bekannt. Wie die Wiener Illustrierte News berichtete, hatte er nicht nur seine Tochter, sondern auch seine Mutter mehrere Jahre lang im eigenen Haus in einen Raum gesperrt, dessen Fenster er zuvor zugemauert hatte.

Er habe sich bei der Frau dafür rächen wollen, dass sie ihm in seiner Kindheit keine Liebe geschenkt habe, sagte F. bei seinen Gesprächen mit der Psychiaterin Adelheit Kastner. Die alte Frau sei dort im Jahr 1980 gestorben. Ob seine Familie von dieser Grausamkeit wusste, geht nicht aus dem Report hervor. Bei der psychiatrischen Untersuchung sagte der nun neu Beschuldigte: "Ich habe meine Mutter gehasst, und ich habe sie geliebt." Er habe "Probleme mit Frauen von Jugend an" gehabt.

Josef F. hatte seine Tochter Elisabeth insgesamt 24 Jahre lang in einem abgesicherten Kellerverlies seines Hauses eingesperrt, wo er sie immer wieder vergewaltigte. Dieser Beziehung entstammten sieben Kinder, von denen sechs überlebten. Das Verbrechen war erst Ende April dieses Jahres ans Licht gekommen.

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten, Gerhard Sedlacek, mitteilte, wird die Anklageschrift gegen F. voraussichtlich Ende der kommenden Woche dem Richter übergeben. Nach einer Überprüfung wird die Anklage an den Strafverteidiger weitergeleitet, der dagegen Einspruch einlegen kann. Ob es noch in diesem Jahr zu dem mit Spannung erwarteten Prozess gegen den Inzest-Täter kommen wird, ist noch nicht abzusehen. Unklar ist nach Angaben Sedlaceks, wie das psychologische Gutachten jetzt an die Presse gelangen konnte.

F. sitzt seit der Aufdeckung des Verbrechens Ende April in St. Pölten (Niederösterreich) in Untersuchungshaft. Er muss für seine Taten, die er weitgehend gestanden hat, mit einer bis zu lebenslangen Freiheitsstrafe oder Sicherheitsverwahrung rechnen.