Bei Krisen auf den Euro-Finanzmärkten kann es künftig häufiger informelle Gipfeltreffen der 15 Staats- und Regierungschefs der Euro-Gruppe innerhalb der Europäischen Union geben. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy verständigt, um die Debatte über die von Paris angestrebte "Wirtschaftsregierung" in der EU zu entschärfen.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte am Freitag in Berlin, wenn es Bedarf gebe, könne es neben den bislang üblichen Treffen der Finanzminister auch Treffen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Gruppe geben. Die allgemeine Koordinierung der Wirtschaftspolitik bleibe aber Sache aller 27 EU-Mitglieder - also auch der Länder, die den Euro nicht eingeführt haben.

Über das Thema wird voraussichtlich beim EU-Sondergipfel am 7. November in Brüssel beraten. Dort geht es um eine gemeinsame EU-Position zur künftigen Weltfinanzordnung.

Sarkozy hatte Mitte Oktober erstmals einen Sondergipfel der Euro-Länder nach Paris einberufen. Dies war bei den übrigen EU-Mitgliedern auf Kritik gestoßen. Auch die Bundesregierung war von einer absoluten Ausnahme solcher Treffen ausgegangen. Aus Paris kamen auch zuvor schon wiederholt Vorstöße für eine stärkere politische Einflussnahme auf die Währungspolitik der Europäischen Zentralbank, die in Berlin jedoch abgelehnt wurden.