Die vom Bundesbildungsministerium in Auftrag gegebene Studie hatte schon vor der Veröffentlichung für Aufsehen gesorgt. Allein vom Abiturientenjahrgang 2006 haben 18.000 junge Menschen wegen der Studiengebühren kein Studium aufgenommen, hieß es. Die Hochschulinformations GmbH (HIS) hatte zum einen 5240 Studienberechtigte aus dem Abiturientenjahrgang 2006 befragt. In einer weiteren Studie wurden die Einstellungen von Erstsemestern zu Studiengebühren untersucht. Beide Studien wurden heute veröffentlicht.

Studiengebühren spielten bei der Entscheidung für oder gegen ein Studium nur eine untergeordnete Rolle, heißt es nun aus dem Ministerium. Hauptgründe für die Entscheidung gegen ein Studium seien der Wunsch, möglichst schnell Geld zu verdienen, das Interesse an einer praktischen Tätigkeit und die Befürchtung, ein Studium dauere zu lange. Die Studiengebühren folgen erst auf Platz 5.

Studienberechtigte mit guten Schulnoten und einer optimistischen Einschätzung der Berufsaussichten ließen sich kaum von Studiengebühren abschrecken, Frauen und Abiturienten aus bildungsfernen Elternhäusern reagierten allerdings sensibler.

Die Zahl der Studienberechtigten, die definitiv oder vorerst auf ein Studium verzichten, bezifferte die HIS auf 6000 bis 18.000. "Damit wird zwar eine nennenswerte Zahl von Studienberechtigten aufgrund der Studiengebühren (vorerst) vom Studium abgehalten, allerdings fällt dieser "Abschreckungseffekt" geringer aus, als in den auch emotionsgeladenen politischen Debatten vielfach erwartet wurde", heißt es von den Hochschulforschern.

Bundesbildungsministerin Anette Schavan (CDU) verteidigte die Studiengebühren. Die Entwicklung der Hochschulen werde durch die Gebühren gestärkt, sagte sie. Die Studie zeige auch, dass Studenten im Gegenzug zu den Studiengebühren mehr Qualität an ihren Hochschulen erwarten. Tatsächlich gab aber nur die Hälfte der Befragten an, bessere Studienbedingungen zu erwarten.

Schavan sagte auch, aus sozialen Gründen dürfe niemand vom Studium abgehalten werden. Ziel der Politik sei, mehr jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen.