"Unsere neue Verhandlungslinie orientiert sich ganz klar an der CSU-Position, was die Vererbung von betrieblichem Vermögen und Privatvermögen angeht", sagte CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer. Bei selbstgenutztem Wohneigentum solle es einen speziellen Freibetrag von 1,5 Millionen Euro pro Erbe geben.

Bis in die Nacht hinein hatten sich die Parteispitzen von CDU und CSU im Kanzleramt über die Erbschaftsteuerreform beraten. Die CSU hatte sich bisher gegen den bisherigen Kompromiss der Großen Koalition gewehrt und mehr Begünstigungen für Hauseigentümer und Firmenerben verlangt.

Ramsauer zeigte sich verhalten optimistisch, was die weiteren Verhandlungen mit der SPD angeht. Am kommenden Montag wollen die Koalitionspartner zusammenkommen. Dem Regierungsbündnis bleibt nicht mehr viel Zeit, da die Erbschaftsteuer nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts bis zum Jahresende neu geregelt werden muss.

Die SPD hat die Frage inzwischen zu einer "Nagelprobe" für die Koalition erklärt und pocht auf die Einhaltung des Koalitionsvertrages. Scheitert eine Einigung, würde die Steuer ab 2009 entfallen.