Mit 458 Milliarden Euro will Peking die Nachfrage der Chinesen ankurbeln, um Ausfälle im Export auszugleichen. Der Zehn-Punkte-Plan zur Stützung der heimischen Wirtschaft konzentriert sich vor allem auf nationale Infrastruktur- und Sozialprojekte.

Bis 2010 will die Regierung verstärkt in den Straßenausbau investieren und neue Häuser, Flughäfen, U-Bahnen und Eisenbahntrassen bauen. Ein Schwerpunkt soll in der Region Sichuan liegen, die im Frühjahr von einem schweren Erdbeben erschüttert wurde. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) begrüßte am Montag schon das Paket. Er erhofft sich neue Exportchancen für deutsche Unternehmen.

Dabei könnte das gewaltige Konjunkturprogramm fatale Folgen haben – für den Klimaschutz. "Die Kohlendioxid-Emissionen werden dadurch weiter steigen", sagt Jos Olivier, Klimaschutzexperte der renommierten niederländischen Forschungsinstituts PBL, das seit Jahren den CO2-Ausstoß Chinas verfolgt. "Das Programm wird die Zement- und Stahlproduktion ankurbeln, die wegen ihrer hohen CO2-Emissionen klimaschädigend sind."

Gerade die Zementherstellung ist ein Klimakiller. Kohlendioxid fällt nicht nur in den energiefressenden Öfen an, in denen der Klinker, ein Vorprodukt, bei extrem hohen Temperaturen gebrannt wird. Sondern das Gas entsteht auch bei chemischen Prozessen in der Klinkerproduktion. Sie sind unvermeidbar, machen aber rund drei Viertel der CO2-Emissionen bei der Zementproduktion aus.

PBL schätzt, dass die Zementherstellung mittlerweile für 20 Prozent des chinesischen CO2-Ausstoßes verantwortlich ist. "Die Kohlekraftwerke sind der wichtigste CO2-Emittent in China, aber danach kommt die Bauindustrie, die eine weitaus größere Bedeutung hat als hierzulande. Sie wird die CO2-Emissionen hochtreiben", sagt Olivier. Schon jetzt führt China die unrühmliche Liste der weltgrößten Kohlendioxid-Emittenten an.