Die Kölner haben ihre lange Negativserie gegen Hannover 96 beendet und den Vormarsch in der Bundesliga fortgesetzt. Nach zuletzt vier Niederlagen hintereinander gegen die Niedersachsen feierte der Aufsteiger einen glücklichen Erfolg und schaffte zumindest vorübergehend den Sprung auf Tabellenrang sechs. Vor 47.000 Zuschauern erzielten Pedro Geromel (43. Minute) und Wilfried Sanou (72.) die Tore für den FC. Jan Schlaudraff (15.) hatte die Gäste in Führung gebracht. Neben den Punkten verloren die Hannoveraner auch Jiri Stajner, der durch die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit (90.) gesperrt wird.

Mit der Sieger-Elf von Stuttgart wollten die Kölner ihre Negativserie gegen die stark ersatzgeschwächten Gäste wettmachen. Nach müdem Beginn bot sich Vucicevic (10.) die erste Torchance, doch Florian Fromlowitz parierte. Nach einer Kölner Ecke prüfte Kevin Pezzoni per Kopf den 96-Keeper (15.), der leitete sofort einen Konter über fünf Stationen ein, den Schlaudraff mit einem schönen Schlenzer aus 20 Metern zur überraschenden Führung abschloss. Es war erst der zweite Auswärtstreffer für die Niedersachsen, denen man das Fehlen von sieben bewährten Kräften bis dahin nicht anmerkte.

Im Gegenteil: Das auswärtsschwächste Team der Liga ließ die zu einfallslos agierenden Kölner kaum zur Entfaltung kommen und hätte durch Jiri Stajner (36.) fast erhöht. Doch der Tscheche schoss nach Steven Cherundolos Flanke nahezu unbedrängt von der unaufmerksamen FC-Hintermannschaft aus fünf Metern über das Gehäuse. Erst kurz vor der Pause wachten die Rheinländer auf und kamen durch Geromels erstes Bundesliga-Tor zum glücklichen 1:1. Die Gäste-Proteste, der Ball sei nicht in vollem Umfang hinter der Linie gewesen, nutzten nichts.

Nach dem Wiederanpfiff erspielten sich die Kölner zwar ein Übergewicht, entwickelten aber zu wenig Torgefahr. Erst "Joker" Sanou sorgte mit einem von Mike Hanke unglücklich abgefälschten 18-Meter-Schuss zu seinem ersten Saisontreffer für Erlösung in Reihen des Teams von Christoph Daum. Die Gäste, für die Hanno Balitsch (56.) schon eine gute Kopfball-Gelegenheit ausgelassen hatte, wären durch Szabolcs Huszti fast postwendend zum Ausgleich gekommen, doch der Ungar traf per Freistoß lediglich die Latte (75.). Und ihnen blieb auch in der Schlussphase das Pech treu, als ein Handspiel von Pierre Womé nicht mit dem durchaus möglichen Elfmeterpfiff geahndet wurde.