Ein 13-jähriges Mädchen ist wahrscheinlich unter den 20 Todesopfern des verheerenden Busunglücks bei Hannover. "Das Kind war mit seinen Eltern unterwegs", sagte Polizeisprecher Axel Borgfeld am Donnerstag. Auch die Eltern der 13-Jährigen werden unter den Todesopfern des Unglücks auf der Autobahn 2 vermutet. Die Leichen sind bisher nicht identifiziert, der Polizei liegt aber eine Liste mit 20 Vermissten vor. "Wir haben 20 Namen und 20 Verstorbene, wir können Sie aber noch nicht eindeutig zuordnen", sagte der Polizeisprecher. Bei den Vermissten handele es sich um das junge Mädchen, 13 Frauen und sechs Männer im Alter von 43 bis 80 Jahre.

Die sechs Leichtverletzten sind inzwischen aus den Krankenhäusern entlassen worden. Fünf konnten die Kliniken bereits am Mittwoch verlassen, als sechste durfte am Donnerstag eine 50-Jährige Frau wieder nach Hause. Klinik-Sprecher Bernhard Koch sagte, die Frau

werde aber weiter psychologisch betreut, weil unter den Opfern auch ihre Cousine gewesen sei.

Drei Brandexperten des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) begannen mit der Untersuchung des Buswracks, der am Dienstagabend aus ungeklärter Ursache in Flammen aufgegangen. Die Ermittler arbeiten mit Hochdruck daran zu rekonstruieren, wie es zu dem katastrophalen Brand kommen konnte.

Mittlerweile sei klar, dass der Reisebus aus Hannover zuletzt eine Raststätte im etwa 120 Kilometer entfernten Gütersloh ansteuerte und danach nicht noch einmal einen anderen Halt machte, sagte ein Polizeisprecher. Zunächst hatte es von der Polizei geheißen, der Bus habe für eine kurze Zigarettenpause erst kurz vor dem Unfall in Garbsen gestoppt. Eine auf der Bustoilette heimlich gerauchte Zigarette gilt als mögliche Ursache für den Unfall.