Ursprünglich sollte die hoch radioaktive Fracht das Zwischenlager im niedersächsischen Wendland bereits am frühen Montagmorgen erreichen. Am Abend versperrten Kernkraftgegner die Straßen aber immer noch an zwei Stellen. "Ich gehe trotzdem davon aus, dass es noch in dieser Nacht losgehen wird", sagte ein Polizeisprecher am Abend in Dannenberg. Wann der Transport sein Ziel erreicht, blieb aber unklar.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kritisierte die Blockadeaktionen der Demonstranten. "Das Besetzen von Gleisen können wir nicht akzeptieren", sagte Gabriel.

Die Proteste fallen dieses Mal deutlich heftiger aus als beim letzten Transport 2006. Wegen der steigenden Energiepreise haben seither die Bestrebungen zugenommen, den Atomausstieg rückgängig zu machen. Das hat offenbar mehr Menschen auf die Straße gebracht. Hinzu kommen die Pannen im Atommülllager Asse.

In Quickborn waren am Abend noch etwa 15 Traktoren ineinander verkeilt und blockierten so die Straße. In Grippel hatten sich acht Protestierer an Betonpyramiden gekettet. Die Polizei benötigte über drei Stunden, bis sie kurz vor 18 Uhr den ersten davon frei bekommen hatte. Eine Stunde später war dann der zweite Demonstrant losgelöst.

Vor dem Zwischenlager selbst hatten rund tausend Demonstranten bis Montagnachmittag die Zufahrt blockiert. Sie campierten dort teilweise seit Samstag. Die Polizei trug sie einzeln von der Straße.