Der Bundesgerichtshof  hat den Expansionsplänen des Energiekonzerns E.on einen Riegel vorgeschoben. E.on habe zusammen mit RWE in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung, heißt es in der am Dienstagmorgen verkündeten Entscheidung. Mit dieser Begründung untersagte der BGH-Kartellsenat dem Unternehmen eine Minderheitsbeteiligung an den Stadtwerken Eschwege.

Das Bundeskartellamt hatte dem Unternehmen 2003 die Übernahme von 33 Prozent an den Stadtwerken Eschwege untersagt, weil es bereits über eine "marktbeherrschende Stellung" auf den Strommärkten verfüge. Diese Entscheidung bestätigte jetzt der BGH. E.on muss sich nun andere Strategien für weitere Expansionen überlegen.

Nach den Worten des Karlsruher Gerichts verfolgen E.on und RWE als Marktführer die Strategie, an zahlreichen Stadtwerken und sonstigen Stromversorgern Minderheitsbeteiligungen zu erwerben, um so ihre Absatzgebiete zu sichern. Zusammen halten sie nach BGH-Angaben schon jetzt Beteiligungen an mehr als 200 Unternehmen. "Zusätzliche Beteiligungen würden den Wettbewerb einschränken", entschied der BGH.