Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Donnerstag mitteilte, geriet der langjährige Afrika-Korrespondent, Thomas Scheen, während der Berichterstattung aus dem Krisengebiet zwischen die Fronten und wurde festgenommen.

Das Auswärtige Amt bestätigte, seit Dienstag werde der Korrespondent einer deutschen Zeitung vermisst. Das Ministerium sowie die deutschen Botschaften im Kongo und dem benachbarten Ruanda bemühten sich zusammen mit den örtlichen Behörden und der UN-Friedenstruppe Monuc um eine Aufklärung des Falls.

Scheen wurde in der Nähe des Ortes Kiwanja festgenommen, wo sich in den vergangenen Tagen die Rebellen Nkundas und die Mai-Mai schwere Kämpfe geliefert haben. Nkunda kämpft mit Unterstützung des benachbarten Ruanda eigenen Angaben zufolge für die Rechte der im Kongo lebenden und aus Ruanda stammenden Tutsi-Bevölkerung, während die Mai-Mai die ruandischen Rebellen in ihrem Land bekämpfen.

Einem Bericht der belgischen Tageszeitung Le Soir zufolge fiel der aus Eupen im deutschsprachigen Teil Belgiens stammende Scheen in die Hand der Mai-Mai-Miliz. Diese wollten Scheen nur freigeben, wenn der Rebellengeneral Laurent Nkunda seine Truppen zurückziehe.

Scheen ist seit 2005 Afrika-Korrespondent des Blattes mit Sitz in Johannesburg. Er gehört der Redaktion seit Januar 2000 an. Zuvor hatte er ausgedehnte Reisen durch Afrika unternommen, mehrere Jahre als Fernfahrer gearbeitet, sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und anschließend Germanistik studiert.