Kaum hatte China sein 460 Milliarden schweres Konjunkturprogramm verkündet, schon stiegen heute früh die Kurse an der Tokyoter Börse. Doch morgen schon könnten sie wieder abstürzen. So jedenfalls erlebt man es seit Wochen. Auf und nieder immer wieder – und niemand kann mehr genau sagen, warum welcher Trend sich wann durchsetzt.

Keine angenehme Lage, gerade für Anleger. Denn Menschen fühlen sich eigentlich wohl, wenn sie die Situationen kontrollieren können, die sie erleben - beispielsweise, indem sie über deren Fortgang entscheiden können. Ein frommer Traum für jeden, der am Finanzmarkt arbeitet. Aber selbst hier versuchen Investoren zumindest eine Situation zu erzeugen, die ihnen das Gefühl gibt, sie hätten eine gewisse Art der Kontrolle.

So ein Gefühl wird erzeugt, wenn ein Investor denkt, er würde die Zusammenhänge verstehen, nach denen sich die Kurse bilden. Denn dann kann er Prognosen erstellen und Kurse vorhersagen.

Es gibt Phasen, in denen funktioniert das sehr gut. Beispielsweise, wenn der allgemeine Trend lange nach oben weist. Da muss man einfach nur blind Aktien kaufen, und schon liegt man im Gewinn. Das schmeichelt dem Ego des Anlegers, und es baut sich bei ihm das Gefühl auf, seine Investitionsentscheidungen im Griff zu haben. Aber wehe, der schöne Trend bricht ab, und es kommen Zeiten mit einer hohen Volatilität.