Die EU-Staaten haben sich nach den Worten des amtierenden EU-Ratschefs Nicolas Sarkozy auf ein gemeinsames Strategiepapier für den Weltfinanzgipfel in Washington geeinigt. "Wir haben eine sehr umfassende Diskussion gehabt, und ich kann sagen, dass es einen sehr detaillierten Standpunkt Europas gibt", sagte Sarkozy nach dem EU-Gipfel in Brüssel.

Die EU werde in Washington Ende nächster Woche schärfere Regeln und eine umfassende Finanzaufsicht fordern. Doch es solle keine Überregulierung der Finanzmärkte geben. Er hob hervor, dass er sich vollkommen einig sei mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem britischen Premierminister Gordon Brown. "Alle sind einverstanden, dass man ehrgeizige Entscheidungen auf dem Gipfel in Washington braucht." Europa wolle seinen gemeinsamen Standpunkt nicht aggressiv vertreten. Doch müssten sich die internationalen Partner daran gewöhnen, dass Europa mit einer Stimme spreche.

Die Version verschiedener Diplomaten klang denn doch weniger harmonisch: Es habe während der gut dreistündigen Beratungen beim EU-Kurz-Gipfel erhebliche Meinungsunterschiede über das Ausmaß der Kontrollen und Regulierungen gegeben, die für den Umbau des Finanzsystems vorgeschlagen werden sollten. So seien wichtige Passagen des von Sarkozy vorgeschlagenen Papiers hinsichtlich der nötigen Kontrollen "entschärft" worden.