Der Widerstand der vier hessischen SPD-Abgeordneten Tesch, Everts, Walter und Metzger gegen eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei findet einer Umfrage zufolge unter SPD-Anhängern breite Zustimmung. Nach der Erhebung des Forsa-Instituts im Auftrag des Fernsehsenders n-tv sind 64 Prozent der SPD-Anhänger der Ansicht, die vier Abgeordneten hätten richtig gehandelt.

Unter der Bevölkerung insgesamt vertreten 63 Prozent diese Auffassung. Jeweils 25 Prozent meinen dagegen, die vier Abgeordneten, die eine Wahl der SPD-Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin verhindert haben, hätten sich dem Willen der Mehrheit ihrer Partei beugen müssen.

Ganz anders sieht das dagegen die Funktionärsschicht der hessischen SPD. Der Bezirk Hessen-Süd forderte die vier Abgeordneten bei einer Sitzung am Mittwochabend in Frankfurt auf, ihre Mandate niederzulegen, wie der Bezirksvorsitzende Gernot Grumbach sagte. Über einen Partei-Ausschluss sei nicht entschieden worden. Es lägen jedoch bereits sieben Anträge auf Ausschluss im Bezirk Hessen-Süd und drei Anträge im Bezirk Hessen-Nord vor.

Der Vorstand der SPD Hessen-Nord verlangte von der Abgeordneten Silke Tesch, ihr Parteibuch zurückzugeben. Andernfalls werde der Vorstand in der nächsten Woche Sofortmaßnahmen beschließen, sagte der Geschäftsführer des Bezirks, Wilfried Böttner, am Abend nach einer Sitzung des Gremiums in Kassel.

Der Landesvorstand der hessischen SPD berät heute von 17 Uhr an über das weitere Vorgehen nach der gescheiterten Regierungsübernahme von Rot-Grün. SPD-Landeschefin Ypsilanti wird die Sitzung in Frankfurt leiten. Auf der Tagesordnung dürfte auch die Frage einer vorgezogenen Wahl in Hessen stehen, für die sich