Man habe Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts "in einem sachlichen Brief" gebeten, "nicht mehr an unseren Sitzungen teilzunehmen", sagte Parteisprecher Frank Steibli am Montag.

Die Vier hätten sich "von der SPD abgewandt", daher sei es nur logisch, dass sie bei den Fraktionssitzungen nicht mehr erwünscht seien.

Man habe die vier Abgeordneten auch aus allen Landtagsausschüssen abgezogen, sagte Steibli. Es habe keinen Sinn mehr, sie für die SPD sprechen zu lassen. Ein Fraktionsausschluss komme derzeit aber nicht in Betracht, denn "jedes SPD-Mitglied mit Landtagsmandat ist laut Fraktionssatzung automatisch Mitglied der SPD-Fraktion", sagte Steibli. Dazu müssten die Vier zunächst aus der SPD ausgeschlossen werden. Mehrere Ortsvereine haben allerdings bereits Ausschlussverfahren gegen das Quartett beantragt.

Der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering sicherte unterdessen den hessischen Sozialdemokraten seine volle Unterstützung bei der vorgezogenen Landtagswahl in gut zwei Monaten zu. Das Rennen für den CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch sei noch längst nicht gelaufen, sagte der Parteichef am Montag nach einem Auftritt mit dem neuen hessischen SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel in Berlin.

Er sei sicher, dass die SPD in Hessen besser abschneiden werde, als manche in "schaler Vorfreude" jetzt glaubten, sagte Müntefering. Mit ihrem Programm könnten die hessischen Parteifreunde unverändert die Menschen erreichen.

Nach den Worten von Schäfer-Gümbel hat die Hessen-SPD aus den Fehleinschätzungen der vergangenen Monate gelernt. Es sei sicher ein "großer Fehler" gewesen, eine Tolerierung durch die Linkspartei vor der Wahl im vorigen Januar auszuschließen, sagte der Landtagsabgeordnete nach Beratungen mit der SPD-Spitze. Er erhoffe sich Unterstützung im Wahlkampf durch die gesamte Bundesführung einschließlich der Kabinettsmitglieder in Berlin.