Die Finanz- und Wirtschaftskrise lässt das Wachstum weltweit einbrechen. Erstmals seit dem zweiten Weltkrieg dürfte die Wirtschaftsleistung der Industrieländer im kommenden Jahr schrumpfen, heißt es im aktualisierten Weltwirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das Wachstum der entwickelten Länder wird sich demnach um 0,3 Prozent verringern. In diesem Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung nur noch um 1,4 Prozent zunehmen.

Damit senkt der IWF seine Konjunkturprognose deutlich. Noch im Oktober hatten die Experten des Fonds ein Wachstum in den entwickelten Ländern von 0,5 Prozent vorhergesagt. Für dieses Jahr revidiert der IWF seine Zahlen ebenfalls leicht nach unten.

Auch das Wachstum der Weltwirtschaft ingesamt wird sich dem Bericht zufolge verlangsamen. So werde das globale Wachstum im kommenden Jahr nur noch 2,2 Prozent betragen, nach 3,7 Prozent in diesem Jahr. Der Fonds spricht bei einem weltweiten Wachstum von unter 3 Prozent von Rezession. Alle großen Industrieländer müssten mit einem schrumpfenden Bruttoinlandsprodukt rechnen, heißt es in dem IWF-Bericht.

Zugleich korrigierte der Fonds seine Prognosen für Deutschland nach unten. Die deutsche Wirtschaft werde kommendes Jahr um 0,8 Prozent schrumpfen. Im Oktober war der IWF noch von einer Stagnation ausgegangen. Auch die USA dürfte dem Fonds zufolge im nächsten Jahr mit 0,7 Prozent im Minus landen, nach 1,4 Prozent Plus in diesem Jahr. Mit einer Erholung der Weltkonjunktur sei erst Ende 2009 zu rechnen.

Auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sprach von einer großen Herausforderung für die Weltwirtschaft. "Die Verschärfung und Ausweitung der Finanzmarktkrise wird höchstwahrscheinlich die Nachfrage weltweit und im Euro-Raum für eine lange Zeit dämpfen", sagte er.

Die Finanzkrise schlug unterdessen auch in Ungarn voll auf die Industrieproduktion durch. Diese verringerte sich im September um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistische Zentralamt in Budapest mitteilte. Zugleich müssen immer mehr Ungarn um ihre Arbeitsplätze fürchten. Das Land musste zuletzt bereits mit Krediten des IWF, der Europäischen Union und der Weltbank über insgesamt 20 Milliarden Euro vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden.